Trotz weniger Infektionen

Gesundheitsministerin warnt vor zu niedriger Masern-Impfquote

22.02.2026 – 07:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Mädchen ist an Masern erkrankt (Symbolbild): Trotz sinkender Fälle sind nicht ausreichend Kinder immunisiert, um die Krankheit auszurotten. (Quelle: Getty Images)

Die Zahl der Masern-Fälle in Bayern ist 2025 deutlich gesunken. Dennoch bleibt die Impfquote weit unter dem Zielwert.

In Bayern sind im Jahr 2025 deutlich weniger Masern-Fälle registriert worden als im Vorjahr. Nach Angaben des Bayerischen Ministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention wurden genau 43 Fälle gemeldet, was einem Rückgang um 26 Infektionen im Vergleich zu 2024 entspricht. Im laufenden Jahr seien bislang zwei Masern-Infektionen in Bayern erfasst worden.

Vor einem Jahr warnte Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) erst davor, dass die Fallzahlen gestiegen waren. Die aktuelle Entwicklung und der Rückgang der Fälle sei zwar positiv, mahnt aber an: „Der Rückgang ist aber kein Grund zur Entwarnung. Vielmehr ist es weiterhin wichtig, sich und andere mit einer Impfung zu schützen“, sagte die Ministerin. Sie bezeichnete Masern als hochansteckende Krankheit, die einen sehr schweren Verlauf nehmen könne.

Die Impfquoten der bayerischen Kinder im Alter von zwei Jahren lägen aktuell bei etwa 92 Prozent für die erste Masernimpfung. Bei der zweiten Impfung betrage die Quote nur 78 Prozent, was laut Gerlach zu niedrig sei. Um Masern in Deutschland auszurotten, sind Impfquoten von mehr als 95 Prozent bei der zweiten Impfung im zweiten Lebensjahr notwendig.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt für 11 Monate alte Kinder die erste Masernimpfung. Die zweite sollte mit 15 Monaten folgen. Auch für bestimmte Gruppen von Erwachsenen gibt es eine Impfempfehlung – etwa wenn der Impfstatus unklar ist oder sie nur eine Impfung in der Kindheit bekommen haben.

Masern werden über Speicheltröpfchen in der Luft übertragen. Einige Tage nach der Ansteckung breitet sich ein Ausschlag über den ganzen Körper aus. Etwa jeder zehnte Patient hat Komplikationen wie Mittelohr- oder Lungenentzündungen. In seltenen Fällen können Masern zu Gehirnentzündungen führen, die tödlich enden können.

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