„Wir hätten reagieren müssen“

RTL-Chef blickt kritisch auf Umgang mit Gil Ofarim zurück

31.03.2026 – 09:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Gil Ofarim: Der Sänger holte sich in diesem Jahr die Dschungelkrone. (Quelle: RTL)

Das Dschungelcamp endete vor Wochen – doch der Sieg von Musiker Gil Ofarim in dem Format beschäftigt immer noch viele Menschen. RTL reagiert.

RTL hat eingeräumt, dass der Sender anders mit den Aussagen des umstrittenen Musikers Gil Ofarim im Dschungelcamp hätte umgehen können. „Natürlich haben wir das intern reflektiert“, sagte RTL-Deutschland-Chef Stephan Schmitter in einem Interview dem Branchendienst „dwdl.de“. Das Team am Drehort in Australien habe das Thema an vielen Stellen gut verarbeitet. Und doch habe es „ein, zwei Sendungen“ gegeben, in denen man so agiert habe, wie immer im Dschungelcamp – das Format lasse die Protagonisten erzählen und das Publikum mache sich sein eigenes Bild.

„Aus heutiger Sicht wäre es an der einen oder anderen Stelle besser bzw. richtig gewesen, die Fakten direkt in der Livesendung klarzustellen und nicht nur in ‚Der Stunde danach'“, sagte Schmitter. „Da hätten wir in Köln redaktionell reagieren müssen. Und sei es nur mit einer Bauchbinde.“

Bauchbinden sind Einblendungen mit Informationen für Zuschauer. „Die Stunde danach“ ist eine Anschlusssendung nach dem Dschungelcamp, in der die Geschehnisse in Australien besprochen werden.

Ofarim hatte die RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ überraschend gewonnen. In der Sendung nahm seine Vergangenheit viel Raum ein. 2021 hatte der Musiker für Schlagzeilen gesorgt, als er sich im sozialen Netzwerk Instagram als Opfer antisemitischer Äußerungen eines Leipziger Hotelmitarbeiters darstellte. Später gestand er aber vor Gericht, dass er die Vorwürfe erfunden habe, und entschuldigte sich.

Im Dschungelcamp war das natürlich ein größeres Thema. Viele Beobachter irritierte aber zum Beispiel, als Ofarim plötzlich nahelegte, dass mit den Kameraaufnahmen aus dem Hotel, die einer der Gründe für die Entlastung des Hotelmitarbeiters vor Gericht waren, womöglich etwas nicht gestimmt haben könnte.

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