Sechs Platzverweise in elf Spielen
Rot-Fluch hält an: BTSV schwächt sich weiter selbst
Aktualisiert am 03.11.2025 – 15:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Eintracht Braunschweig verliert in Nürnberg – und mal wieder einen Spieler. Die zunehmende Anzahl an Roten Karten und Ausfällen macht dem BTSV zu schaffen.
Bei Eintracht Braunschweig bahnt sich eine ungemütliche Vorweihnachtszeit an. Nach der 0:3-Schlappe im Niedersachsenderby gegen Hannover 96 ging der BTSV auch am Samstag beim 1. FC Nürnberg (1:2) leer aus. Es war die sechste Niederlage innerhalb der vergangenen sieben Partien in der 2. Bundesliga.
Bedeutet in der Tabelle: Vor dem direkten Duell mit dem punktgleichen VfL Bochum (Sonntag, 13.30 Uhr) trennt die Eintracht nur noch das bessere Torverhältnis von Greuther Fürth auf Relegationsplatz 16. Der Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz beträgt nurmehr drei Punkte.
Durchaus unglücklich war in Nürnberg außerdem der neuerliche Platzverweis, der inzwischen im Spiel der Eintracht scheinbar nicht mehr fehlen darf. In der Nachspielzeit kassierte Kevin Ehlers (90.+4/Gelb-Rot) die sechste Rote Karte eines Braunschweigers Profi im erst elften Spiel dieser Saison.
Laut „Sky“ stellt der BTSV damit den zweithöchsten Wert in der Geschichte der eingleisten zweiten Liga. Nur Carl Zeiss Jena in der Saison 1995/96 hatte demnach nach elf Spieltagen mehr Rote Karten gesammelt (8) als die Eintracht. Am Ende der Spielzeit kam Jena nach Angaben eines Fanportals auf insgesamt 13 Platzverweise – mit Abschluss der Hinserie waren es zehn. Macht die Eintracht so weiter, fällt dieser Negativrekord.
Viel bedrückender als die blanken Zahlen sind für den BTSV jedoch die Konsequenzen der Feldverweise. So trug der damit einhergehende Substanzverlust zur anhaltenden Misere bei. Immer wieder fallen zwar wichtige Spieler auch verletzungsbedingt aus oder können wie jüngst Leistungsträger Lino Tempelmann nur angeschlagen spielen. Immer wieder schwächt sich die Mannschaft durch die Platzverweise und die darauf folgenden Sperren aber vor allen Dingen selbst.
„Das erklärt momentan ein bisschen unsere Serie“, sagte Kapitän Sven Köhler nach der späten Roten Karte für Ehlers, der schon am 1. Spieltag nach 54 Spielminuten frühzeitig zum Duschen geschickt wurde, und ergänzte: „Wir sind ein bisschen vom Pech verfolgt.“
Trainer Heiner Backhaus sah im Ehlers-Rot sogar „das Tragischste“, das er aus dem Nürnberg-Spiel mitnimmt. Denn: Dem Coach gehen im Abwehrzentrum langsam aber sicher die Optionen aus. Lukas Frenkert und Frederik Jäkel fehlen verletzt, Ehlers nun gesperrt. „Jetzt fällt uns noch der einzig gelernte Innenverteidiger aus, den wir haben“, klagte Backhaus.










