Autonom und unter Wasser

Unter kilometerdickem Eis: Roboter soll nach Spuren von Leben suchen


Aktualisiert am 29.05.2026 – 18:43 UhrLesedauer: 1 Min.

Roboterfahrzeug für schwierige Einsätze: Das sogenannte Nano AUV soll künftig eigenständig Gewässer unter Eis erkunden. (Quelle: Meckel/TU Braunschweig)

Unter dem Eis fremder Monde könnte Leben existieren. Forscher aus Braunschweig testen einen Roboter, der genau das herausfinden soll.

Die Technische Universität Braunschweig hat in Nordschweden ein autonomes Unterwasserfahrzeug für künftige Weltraummissionen getestet. Die Versuche fanden im März 2026 am zugefrorenen Lake Torneträsk an der Forschungsstation Abisko statt. Ziel des Projekts „TRIPLE“ ist es, Technologien für die Erforschung von Eismonden wie dem Jupitermond Europa zu entwickeln.

Das sogenannte nanoAUV soll künftig eigenständig Gewässer unter Eis erkunden. Dafür arbeitet das Institut für Flugführung der TU Braunschweig an Systemen für Navigation, Steuerung und Fehlererkennung. „Ein Auftauchen des Fahrzeugs im Fehlerfall unter dem Eis ist nicht möglich“, teilt die Universität mit. Deshalb müsse das Fahrzeug auch bei Ausfällen einzelner Sensoren sicher navigieren und zur Einschmelzsonde zurückkehren können.

Forscher testen Roboter unter realen Bedingungen

Im Fokus der Testkampagne stand das Zusammenspiel von Hard- und Software unter realistischen Bedingungen. Unter Eis sei die Navigation besonders schwierig, weil akustische Signale durch Reflexionen gestört werden könnten. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, „ob die bestehenden Navigationsalgorithmen ausreichend geschützt sind oder weiterentwickelt werden müssen“.

Der Jupitermond Europa ist von einer dicken Eisschicht bedeckt. Künftig könnte der Planet vom Braunschweiger Forschungsroboter untersucht werden. (Quelle: ap)

Langfristig soll die Technologie nicht nur bei Weltraummissionen eingesetzt werden. Die entwickelten Systeme könnten auch helfen, bislang kaum erforschte subglaziale Gewässer auf der Erde zu untersuchen.

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt läuft seit 2020 und ist bis Mitte 2027 angesetzt. Ende 2026 ist eine große Testkampagne in der Antarktis geplant.

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