Bankrottstraftat?

Ermittlungen gegen OB-Kandidat – Verzicht auf Amt


27.03.2026 – 08:20 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Kölner Politiker Roberto Campione: 2020 und 2025 bewarb er sich um das Amt des Oberbürgermeisters. (Quelle: Kölner Stadtgesellschaft)

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt einen Kölner Ratsherrn schwerer Delikte. Nun zieht er Konsequenzen.

Der Vorsitzende der Wählervereinigung Kölner StadtGesellschaft (KSG), Roberto Campione, zieht Konsequenzen: Angesichts laufender staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen lässt der Kölner Ratsherr seinen Parteivorsitz vorerst ruhen – auf eigenen Wunsch, wie die KSG am Donnerstag betonte.

Im Fokus der Ermittlungen steht eine Veranstaltung anlässlich der Kölner Lichter im vergangenen Jahr. E-Mails sollen nahelegen, dass Campione Einnahmen aus dieser Veranstaltung nicht wie vorgeschrieben an den zuständigen Insolvenzverwalter weitergeleitet haben soll. Campione hatte das Café im Sommer 2022 gepachtet; die Parkcafé GmbH & Co. KG meldete im Mai des vergangenen Jahres Insolvenz an, das Verfahren wurde im Juli eröffnet.

Campiones Anwalt Christian Kerner wollte sich auf Anfrage von t-online nicht zu den konkreten Vorwürfen äußern und verwies auf das laufende Insolvenzverfahren. Campione selbst wählt am Donnerstag derweil klare Worte – zumindest was seine Parteiarbeit betrifft. „Die KSG ist mein Baby und meine Familie – und das werde ich schützen.“ Bis zur Klärung der Vorwürfe übernimmt der geschäftsführende Vorstand kommissarisch die Parteigeschäfte.

Sein Ratsmandat behält Campione vorerst. Als einziger Mandatsträger der KSG sitzt er seit 2025 im Kölner Stadtrat, wo er sich mit der FDP zur Fraktion zusammengeschlossen hat. Zweimal – 2020 und 2025 – bewarb er sich erfolglos um das Amt des Oberbürgermeisters. Die Ermittlungen befinden sich noch in einem frühen Stadium. Für Campione und die weitere betroffene Person gilt die Unschuldsvermutung.

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