Ein weiterer wichtiger Schutz vor einer Ansteckung mit Erkältungs-, Grippe- oder Coronaviren ist, Abstand zu anderen Menschen zu halten. Das gelingt, indem man größere Menschenansammlungen möglichst umgeht, nicht zu Stoßzeiten einkaufen geht, den Kontakt zu bereits infizierten Menschen meidet, so gut es geht, und selbst zu Hause bleibt, wenn man symptomatisch erkrankt ist.
Eine weitere Schutzmaßnahme, um die Übertragung von virenbelasteten Speicheltröpfchen zu reduzieren, ist das Tragen einer Mund-Nasen-Maske. Vor allem FFP2-Masken können, richtig getragen, einen guten Schutz bieten – sowohl für den Träger selbst als auch für seine Mitmenschen.
Wer niesen oder husten muss und keine Mund-Nasen-Bedeckung trägt, sollte dies in die Armbeuge tun – so lautet eine Empfehlung, um das Infektionsrisiko für Menschen in näherer Umgebung zu senken. Doch wie effektiv ist diese Maßnahme?
„Das mechanische Abfangen des Großteils der beim Husten und Niesen herausgeschleuderten Sekrettropfen schützt effektiv Mitmenschen und Gegenstände in direkter Nachbarschaft vor dem Sprühnebel“, so Dr. Tabori. „Empfohlen wird die Verwendung eines Taschentuchs, das jedoch leider – wie jeder aus eigener Erfahrung weiß – oft nicht schnell genug zur Hand ist. Daher sind das ‚Sich-Abwenden‘ und die Armbeuge schnelle, wirksame Alternativlösungen bei Husten- und Niesattacken.“
Auch Grebe sieht Husten und Niesen in die Armbeuge als eine mögliche Maßnahme, die Virenlast in der Luft zu reduzieren: „Allerdings sollten dies alle tun. Sitzen zwei im Bus, die in die Armbeuge husten und einer niest frei heraus, dämpft das den Ansteckungsschutz natürlich deutlich“, so der Internist. „Übrigens kann auch regelmäßiges Stoßlüften in Innenräumen helfen, die Virenlast zu senken.“
Viele Menschen greifen seit Beginn der Corona-Pandemie vermehrt zu Desinfektionsmitteln: nicht nur für die Hände, sondern auch für Oberflächen und die Wäsche. Doch braucht es diese wirklich? Desinfektionsmittel für die Hände sind vor allem dann nützlich, wenn man unterwegs ist und keine Möglichkeit hat, regelmäßig die Hände zu waschen. So lassen sich zwischendurch Keime abtöten. In den eigenen vier Wänden sind Desinfektionsmittel nicht notwendig. Im Gegenteil: Flächendesinfektionsmittel bergen sogar Risiken.
„Tatsächlich braucht im Privathaushalt niemand ein Flächendesinfektionsmittel oder gar eins für die Wäsche. Auch die sogenannten ‚desinfizierenden Seifen‘ sind nicht empfehlenswert. Diese Produkte bringen uns keinerlei Vorteile bei der Prävention von Erkrankungen“, betont Hygieneexperte Tabori. „Dafür belasten sie aber die Raumluft und stören die Mikroorganismen, die in den Klärwerken den biologischen Abbau- und Reinigungsprozess des Abwassers ermöglichen.“











