„Jeder gesparte Tropfen Sprit ist im Moment gut“

Hohe Spritpreise: Ricarda Lang macht einen Vorschlag

Aktualisiert am 03.04.2026 – 10:47 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Politikerin Ricarda Lang spricht auf der Lit.Cologne, dem internationalen Literaturfestival (Archivbild): Sie fordert mehr Homeoffice-Regeln. (Quelle: IMAGO/Horst Galuschka /imago)

Grünen-Politikerin Ricarda Lang ist fürs Spritsparen. Ein Tempolimit sei besser als Tankrabatte, sagt die Ökonomin Veronika Grimm.

Angesichts stark gestiegener Spritpreise hat Grünen-Politikerin Ricarda Lang zur Entlastung Beschäftigter ein Recht auf Homeoffice gefordert. Ökonomin Veronika Grimm ist für ein Tempolimit statt Tankrabatte.

„Jeder gesparte Tropfen Sprit ist im Moment gut für den Geldbeutel der Bürger“, sagte Lang den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). „Beschäftigte brauchen jetzt ein Recht auf mobiles Arbeiten und Homeoffice überall dort, wo die Tätigkeit es zulässt und keine betrieblichen Gründe entgegenstehen.“

Gerade angesichts steigender Kosten für Sprit und Bahntickets könne Homeoffice viele Beschäftigte ganz konkret entlasten, sagte die Grünen-Politikerin. Klar sei aber auch, dass zu Hause Arbeiten in vielen Berufen keine Option sei. „Wer jeden Tag zur Arbeit fahren muss, darf mit den zusätzlichen Belastungen nicht allein gelassen werden.“

Wirtschaftsweise für Tempolimit

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm schlägt angesichts der Energiekrise ein Tempolimit vor. „Das wäre kein Schaden – vielleicht sogar ein kluges Signal, damit die Menschen die Situation ernst nehmen“, sagte Grimm der „Rheinischen Post“ (Freitagsausgabe). Viele Länder des globalen Südens hätten schon einschneidende Maßnahmen wie eine Homeoffice-Pflicht und eine Einschränkung der Fahrzeugnutzung umgesetzt. „Je mehr wir verbrauchen, desto schlimmer trifft es letztlich diese Länder“, warnte Grimm.

Von anderen in Deutschland diskutierten Maßnahmen hält die Ökonomin nicht viel: „Die Regierung muss die Preise wirken lassen, damit die Energie-Nachfrage sinkt. Tankrabatte und Preisdeckel verzerren die Preise, sie sind der falsche Weg.“ Auch von einer Übergewinnsteuer hält Grimm „nichts“.

Hohe Spritpreise: Anzeige an einer Tankstelle in Frankfurt an der Oder. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)

Taskforce-Leiter wollen schnelle Maßnahmen

Die Leiter einer Taskforce der schwarz-roten Koalition haben schnelle Maßnahmen gegen die hohen Spritpreise in Aussicht gestellt. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Armand Zorn sagte der Deutschen Presse-Agentur, angesichts der anhaltenden Krise seien weitere Maßnahmen notwendig, „möglichst innerhalb dieses Monats“.

Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) sagte der dpa: „Weitere Maßnahmen wie eine mögliche Entlastung über die Kfz-Steuer müssen nicht nur schnell, sondern vor allem zielgenau wirken, um Haushalte und Wirtschaft nachhaltig zu entlasten. Die zusätzlichen Steuereinnahmen des Staates durch den Ölpreisschock müssen wir den Bürgern zurückgeben.“

Zorn und Müller leiten eine von den Koalitionsfraktionen eingesetzte Taskforce zu den hohen Energiepreisen infolge des Iran-Krieges.

Grünen-Chef Banaszak für Geschwindigkeitsbegrenzungen

Angesichts der Preissteigerungen für Benzin und Diesel hat auch der Grünen-Co-Chef Felix Banaszak Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen vorgeschlagen, um den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren. „Ein befristetes Tempolimit reduziert sofort den Spritverbrauch, dämpft so die Preise und hilft solidarisch und unkompliziert allen, die im Beruf auf das Auto angewiesen sind“, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag dem „Spiegel“.

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