Rüstungskonzern baut Flotte aus

Erstes Rheinmetall-Kriegsschiff getauft – Kritik an Wartezeiten

30.04.2026 – 09:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Jan Lindenau (SPD), Bürgermeister der Hansestadt Lübeck: Er hielt eine Rede bei der Taufzeremonie der Korvette „Lübeck“. (Quelle: Christian Charisius/dpa)

Im Hamburger Hafen ist die Korvette „Lübeck“ getauft worden. Für Rheinmetall ist es eine Premiere – ein Vizeadmiral warnt zugleich vor Problemen bei der Beschaffung.

Im Hamburger Hafen ist die Korvette „Lübeck“ getauft worden. Für den Rüstungskonzern Rheinmetall war es die erste Schiffstaufe seit der Übernahme der Werft Blohm+Voss. Das Kriegsschiff gehört zur neuen Generation für die Deutsche Marine und soll nach weiteren Tests voraussichtlich 2028 übergeben werden.

Die Taufe fand am Standort Blohm+Voss statt, den Rheinmetall erst Anfang März übernommen hatte. Taufpatin war Huong Nguyen, Partnerin des Lübecker Stadtpräsidenten Henning Schumann. Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) sprach von einem Zeichen der Verbundenheit mit den Streitkräften.

Vizeadmiral Axel Deertz nannte die Korvette ein klares Signal für mehr Verantwortung im Ostseeraum. Gleichzeitig kritisierte er die langen Beschaffungszeiten: „Während diese Verzögerungen außerhalb der Streitkräfte entweder mit einem Achselzucken oder entsprechend scharf formulierter Presse begleitet werden, bedeuten sie für die Marine jedes Mal, aus dem dünnen Bestand zu kompensieren.“

Die Schiffe der Klasse 130 sind vor allem für Einsätze nahe der Küste ausgelegt. Sie dienen der Aufklärung und der Bekämpfung von Zielen auf See, insbesondere in Nord- und Ostsee. Gebaut werden sie von einem Konsortium unter Führung von Rheinmetall. Beteiligt sind auch Werften aus Kiel.

Die „Lübeck“ ist eines von insgesamt zehn Schiffen dieser Bauart. Fünf Einheiten hatte die Marine bereits zwischen 2008 und 2013 erhalten, fünf weitere wurden später bestellt. Vor der „Lübeck“ wurden bereits die „Augsburg“, „Köln“, „Emden“ und „Karlsruhe“ getauft.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger betonte die besondere Bedeutung der Zeremonie: „Von den Emotionen her ist so eine Schiffstaufe natürlich etwas, was nicht vergleichbar ist zur Übergabe eines Panzers.“

Nach Angaben des Unternehmens ist mit der Taufe ein wichtiger Schritt erreicht. Noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Schiffe an die Marine übergeben werden.

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