Jahrelanger Rechtsstreit
Rentnerin verliert Wohnung an Tochter von Tennis-Star
02.03.2026 – 16:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach fast vier Jahren Verhandlung wurde der Eigenbedarf bestätigt. Die Mieterin bekommt 35.000 Euro Abfindung und muss bis 31. Oktober 2026 ausziehen.
Eine 74-jährige Rentnerin muss ihre Wohnung in Hamburg-Harvestehude nach einem Rechtsstreit um Eigenbedarf räumen. Wie „Die Zeit“ und die „Bild“-Zeitung berichten, hat die Eigentümerin Nisha Stockmann-Stich, Adoptivtochter des ehemaligen Tennisstars Michael Stich, den Prozess gegen die Mieterin Gabriele Lehnick gewonnen.
Die Wohnung gehört seit etwa fünf Jahren der Immobilienunternehmerin Stockmann-Stich, die gemeinsam mit ihrer Mutter Jessica Stockmann die Firma „Stockmann³“ führt. Kurz nach dem Kauf im April 2021 erhielt die langjährige Mieterin die Kündigung wegen Eigenbedarfs. Die Eigentümerin gab an, selbst mit ihrem Partner in die 44-Quadratmeter-Wohnung einziehen zu wollen.
„Denen geht es um eine weitere Immobilie, mir geht es um mein Leben“, sagte Gabriele Lehnick der „Zeit“. Die Rentnerin, die von einer kleinen Rente lebt und kürzlich eine Krebsbehandlung hinter sich gebracht hat, wohnt seit Februar 2000 in dem Haus, in der aktuellen Wohnung seit März 2019.
Nachdem das Amtsgericht Hamburg im Oktober 2025 in erster Instanz zugunsten der Eigentümerin entschieden hatte, kam es vor dem Landgericht Hamburg zu einem Vergleich. Laut Gerichtssprecherin Dr. Maxi Klüber erhält die Mieterin eine Abfindung von 35.000 Euro und neun Monate zusätzliche Frist. Spätestens am 31. Oktober 2026 muss sie ausziehen.
Der Anwalt von Nisha Stockmann-Stich, Axel Lipinski-Mießner, erklärte der „Bild“-Zeitung: „Der Eigenbedarf wurde vom Amtsgericht Hamburg im Urteil vom 10.10.2025 nach umfassender Beweisaufnahme nach knapp 4 Jahren Verhandlung ausdrücklich bejaht.“ Das Gericht habe festgestellt, dass ein ernsthafter und nachvollziehbarer Eigennutzungswille bestanden habe.









