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Home » Rentner leben länger als gedacht
Wirtschaft

Rentner leben länger als gedacht

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 11, 2026
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Studie zeigt

Rentner leben länger als gedacht


11.09.2026 – 12:55 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Glückliches Rentnerpaar: Die tatsächliche Rentendauer liegt im Schnitt über der offiziellen Prognose. (Quelle: RgStudio/getty-images-bilder)

Neue Zahlen zeigen: Wer mit 65 in Rente geht, lebt im Schnitt länger, als die offizielle Statistik vermuten lässt. Was heißt das für die Rentenreform?

Wie lange man seine Rente tatsächlich genießt, hängt von einer Zahl ab, die beim Renteneintritt niemand kennt: der eigenen Lebensdauer. Als Anhaltspunkt dient die statistische Restlebenserwartung mit 65 Jahren. Sie liegt aktuell bei 21,2 Jahren für Frauen und 18,2 Jahren für Männer – rechnerisch ein Sterbealter von 86,2 beziehungsweise 83,2 Jahren. Doch dieser Wert greift systematisch zu niedrig.

Das zeigt eine neue Analyse des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) und des Statistischen Bundesamts, die erstmals systematisch untersucht hat, wie sich die tatsächlich erreichte Lebensdauer im Rentenalter über Jahrzehnte von der offiziellen Prognose unterscheidet. „Unsere Befunde zeigen, dass die zum Renteneintritt gemessene Periodenlebenserwartung die künftige Rentenbezugsdauer tendenziell unterschätzt“, fasst BiB-Forscher Michael Mühlichen zusammen.

  • Mit 65, 75 und 85 Jahren: So lange leben Sie statistisch gesehen noch
  • Regelaltersgrenze: Welche Jahrgänge dürfen noch vor 67 in Rente gehen?

Zwei Wege, die Lebenserwartung zu messen

Um zu verstehen, warum die Statistik hinterherhinkt, hilft ein Blick auf die Methodik. In der öffentlichen Diskussion steht meist die sogenannte Periodenlebenserwartung – jener Wert, den das Statistische Bundesamt jedes Jahr vermeldet. Er beschreibt, wie lange ein Mensch leben würde, wenn die Sterblichkeitsverhältnisse eines bestimmten Jahres sein ganzes Leben lang gälten. Der Vorteil: Der Wert beruht auf tatsächlich beobachteten Daten und kommt ohne Annahmen über die Zukunft aus. Der Haken: Beim Renteneintritt steht noch gar nicht fest, welche Lebensdauer ein Jahrgang wirklich erreichen wird.

Diese tatsächlich erreichte Lebensdauer wird von der sogenannten Kohortenlebenserwartung abgebildet. Weil sich die Zugewinne bei der Lebenserwartung heute vor allem in den Altersgruppen über 70 abspielen – also erst nach dem Renteneintritt – liegt die Kohortenlebenserwartung meist über dem Stichtagswert.

Bis zu zwei Jahre länger als gedacht

Die Zahlen belegen das über einen langen Zeitraum: Seit 1960 lag die tatsächlich erreichte Lebensdauer ab 65 fast durchgehend über dem statistischen Wert, zeitweise um bis zu zwei Jahre. Den größten Beitrag lieferte dabei die Altersgruppe zwischen 75 und 84 Jahren.

Motor dieser Entwicklung war die sogenannte kardiovaskuläre Revolution der 1970er Jahre: neue medizinische Verfahren, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich besser behandelbar machten und die Sterblichkeit gerade im höheren Alter stark senkten. Bei den Jahrgängen, die zwischen 1967 und 1975 ihren 65. Geburtstag feierten, wuchs die Lücke bei den Männern von nahezu null auf rund 1,3 Jahre, bei den Frauen von etwa 0,8 auf 2,1 Jahre. Bei späteren Jahrgängen stabilisierte sie sich auf hohem Niveau zwischen 1,5 und 2 Jahren. Insgesamt hat sich die durchschnittliche Rentenbezugsdauer seit 1960 von rund 10 auf mehr als 20 Jahre verdoppelt.

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