Altersvorsorge gefährdet
BVK-Skandal: Schnelles Geld wird zu 690 Millionen Euro Verlust
Aktualisiert am 24.02.2026 – 18:00 UhrLesedauer: 3 Min.
Nach Spekulationen mit US-Immobilien fehlen der Bayerischen Versorgungskammer 690 Millionen Euro. Sogar US-Medien greifen den Fall auf.
Für viele Arbeitnehmer ist die Frage, ob man im Alter eine ausreichende Rente bekommt, entscheidend. Beschäftigten der Stadt München droht möglicherweise ein böses Erwachen: Ihre betriebliche Altersvorsorge könnte nach riskanten Investitionen der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) in Gefahr sein.
Der Skandal um die BVK wurde ursprünglich schon Anfang Dezember aufgedeckt. Damals berichtete die „AZ“ in München, dass die Pensionskasse Gelder ihrer Mitglieder in spekulative Projekte investiert und damit fast 700 Millionen Euro verloren hatte. Nun hat es das Investment-Debakel sogar in die US-Nachrichtenagentur „Bloomberg“ geschafft.
Die BVK ist eine Pensionskasse, die die Altersvorsorge mehrerer bayerischer Versorgungswerke verwaltet und in deren Auftrag investiert. Ähnlich der staatlichen Rente zahlen die Mitglieder monatliche Beiträge an Versorgungswerke im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge. Viele Arbeitgeber bieten diese als verpflichtende Zusatzversicherung an.
Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ sind neben Kammerberufen wie Ärzten, Apothekern oder Rechtsanwälten auch freie Berufe, die nicht in die staatliche Kasse einzahlen müssen, dort versichert. Dazu zählen zum Beispiel Schornsteinfeger oder Orchestermusiker.
Einen großen Teil der Mitglieder machen auch Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst aus – wie etwa die Tarifbeschäftigten der Stadt München. Dazu zählen Pflegekräfte, Feuerwehrleute, Hebammen, Bibliothekare oder Straßenwärter.
Pensionskassen wie die BVK sind eigentlich dazu verpflichtet, die Beträge ihrer Mitglieder risikoarm anzulegen. Damit das Geld mitsamt Wertzuwachs zum Renteneintritt ausgezahlt werden kann, darf es nicht in risikoreiche Investitionen angelegt werden. Sonst droht ein Wertverlust für die Anleger – wie es nun der Fall ist.
Die BVK hat offenbar die Gelder, die sie verwaltet, entgegen ihrem Auftrag in riskante Immobilienprojekte in den USA investiert. Viele Gebäude, unter denen sich auch vermeintliche Luxushotels befinden, stehen allerdings bis heute leer, heißt es im „SZ“-Bericht. Für die BVK, eine der größten Pensionskassen Deutschlands, ist das Geschäft ein Verlust von 690 Millionen Euro.
Die Verbindung zu US-amerikanischen Investitionsmöglichkeiten rief nun auch „Bloomberg“ auf den Plan. In einem Bericht beschäftigt sich die Nachrichtenagentur mit dem Fall, denn: Die BVK war längst nicht das einzige Versorgungswerk mit riskanten Investitionen.
Ein Münchner Anwalt beklagt in dem Bericht, dass solche Verluste auftreten, wenn jemand mit viel Geld, aber kaum Kenntnissen investiert. Experten sehen dies in den Immobilien, die die BVK erwarb, bestätigt: Die Gebäude warfen auf dem Papier zwar eine hohe Rendite ab, waren aber auch mit einem hohen Risiko verbunden. Und diese Risiken musste die BVK schlussendlich mit Millionenverlusten abschreiben.
