„Verdammt kompliziert“
Jetzt droht Bayern das Worst-Case-Szenario
Aktualisiert am 22.10.2026 – 12:32 UhrLesedauer: 4 Min.

Zwei Remis in Folge setzen den FC Bayern in der Champions League unter Druck. Ausgerechnet bei Atlético Madrid steht nun ein richtungsweisendes Spiel an.
Aus München berichtet Julian Buhl
So richtig wussten die Stars des FC Bayern selbst nicht, ob sie sich über das 2:2 am Mittwochabend in der Champions League gegen den Vorjahresfinalisten FC Arsenal freuen oder doch über zwei verlorene Punkte ärgern sollten.
Das war schon bei der Ehrenrunde, die die Münchner nach dem Spiel durch ihre Arena drehten, zu beobachten. Dabei hüpften sie eben nicht wie nach einem Sieg im Jubelrausch vor ihrer Fankurve umher, sondern verabschiedeten sich von ihren Anhängern vergleichsweise verhalten. Auch in den Katakomben war ein ähnlich ambivalentes Stimmungsbild zu spüren.
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In den Ausführungen der bayerischen Protagonisten klang durchaus Stolz darüber mit, dass sie es trotz aller drohenden und tatsächlichen Ausfälle geschafft hatten, dem amtierenden englischen Meister auf Augenhöhe zu begegnen. Der hatte den Bayern in der vergangenen Saison in London noch die einzige Niederlage in der Ligaphase des Wettbewerbs zugefügt.
„Dann ist es ärgerlich“
Und beim Wiedersehen in München mussten die Gastgeber unter anderem auf die Topstars Michael Olise (gesperrt), Jamal Musiala (verletzt) und Vizekapitän Joshua Kimmich, der nach einem Trauerfall in der Familie fehlte, verzichten. Mit Luis Díaz kam dann kurzfristig auch noch Olises Pendant auf dem linken Flügel nicht für einen Startelfeinsatz infrage. Immerhin konnte Chefcoach Vincent Kompany, der in den vergangenen Tagen mit einer hartnäckigen Virusinfektion zu kämpfen hatte, an die Seitenlinie zurückkehren.
Trotz aller Umstände drehten die Bayern einen 0:1-Rückstand dank der Tore von Alphonso Davies (35.) und Harry Kane (Handelfmeter, 61.) in eine zwischenzeitliche 2:1-Führung. Es sei klar, analysierte Manuel Neuer, dass man „schon gegen eine Topmannschaft gespielt“ habe. „Aber, wenn du mit 2:1 führst, dann willst du es auch über die Zeit bringen“, so Neuer weiter. „Dann ist es ärgerlich, wenn du zu Hause spielst und weißt, dass du in London das letzte Spiel verloren und dir jetzt so viel vorgenommen hast.“ Trotzdem könne man nicht sagen, dass man „gegen so eine Mannschaft zwei Punkte verloren hat“.
Nationalspieler Serge Gnabry sah das nach dem intensiven Duell mit seinem Ex-Klub ähnlich. „Nach dem 2:1 dachte ich eigentlich, dass wir sie hatten.“ Acht Minuten vor dem Ende schlug Arsenal durch den Treffer von Declan Rice dann aber noch einmal zurück. „Am Ende des Tages waren es zwei Topteams, die heute aufeinandergetroffen sind“, stellte Gnabry fest.