29.400 Anträge gegen Airlines und Bahn
Beschwerde-Rekord bei Bahn, Airlines und Bussen
Aktualisiert am 04.07.2026 – 09:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Mehr als 29.400 Beschwerden in nur sechs Monaten: Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr meldet einen Rekord – vor allem Flugreisende fordern Entschädigung nach Ausfällen und Verspätungen.
Extremwetter im Frühjahr und der Krieg in der Golfregion haben für Reisende zu erheblichen Einschränkungen geführt und damit zu zahlreichen Konflikten mit Reiseanbietern. Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr verzeichnete daher im ersten Halbjahr einen Rekord an Beschwerden, wie der Verein mitteilte. Mehr als 29.400 Schlichtungsanträge seien in den ersten sechs Monaten bei der Stelle eingegangen und damit so viele wie noch nie in einem ersten Halbjahr.
Zum Vergleich: im 2. Halbjahr 2025 lag die Zahl der Anträge bei 23.160. Noch niedriger war der Wert im 1. Halbjahr 2025: lediglich 18.836 Anträge wurden gestellt – das ist der niedrigste Wert seit zwei Jahren.
Die sprunghaft gestiegene Zunahme an Schlichtungsanträgen liege jedoch nicht allein an den Störungen im operativen Reisegeschehen, hieß es. Hinzu komme, dass deutlich mehr Verbraucherinnen und Verbraucher dank der Nutzung von Künstlicher Intelligenz auf die Schlichtungsstelle aufmerksam würden und sich an sie wendeten. Das sei „ein Phänomen, von dem zuletzt auch andere Verbraucherschlichtungsstellen berichteten“.
Großteil der Anträge entfällt auf Flugreisen
83 Prozent der Beschwerden entfielen den Angaben zufolge auf den Flugverkehr. Hier hätten vor allem wetterbedingte Flugannullierungen, Ausfälle durch Streiks und durch den Krieg in der Golfregion zu Konfliktfällen geführt. Im 1. Halbjahr 2025 waren es 84 Prozent der Anträge, die auf den Bereich Flug entfielen.
Der Anteil des Bahnverkehrs machte der Schlichtungsstelle zufolge rund 14 Prozent der Anträge aus – das ist derselbe Prozentsatz wie im 1. Halbjahr 2025. Grund hierfür seien die vielen Verspätungen infolge der an vielen Stellen maroden und überlasteten Infrastruktur.
In mehr als 80 Prozent aller Konfliktfälle habe die Schlichtungsstelle eine Einigung erzielen können. In der Regel bedeute das, dass Reisende ihre Ansprüche in voller Höhe zurückbekämen.
Antragsrekord fürs Gesamtjahr erwartet
Für das Gesamtjahr rechnet die Stelle ebenfalls mit einem Antragsrekord – zumal im zweiten Halbjahr infolge der Sommerreisezeit regelmäßig mehr Beschwerden eingingen als im ersten.
Die Schlichtungsstelle kümmert sich seit 2010 um Probleme bei Flug-, Bus-, Bahn- und Schiffsreisen. Zum größten Teil geht es um eine Entschädigung bei Verspätungen oder Ausfällen von Flügen und Bahnfahrten. Rund 400 Verkehrsunternehmen beteiligen sich an dem Schlichtungsverfahren, das sie selbst finanzieren.











