Eines der zentralen Probleme der Energiewende ist, dass der Bau von Solar- und Windkraftanlagen schneller vorangeht als der Ausbau der Stromnetze. Daher sind Stromnetze immer wieder überfordert bzw. überlastet. Betreiber von Anlagen für erneuerbare Energien erhalten nach aktuellem Recht eine Entschädigungszahlung, wenn sie aufgrund einer Netzüberlastung ihren erzeugten Strom nicht mehr einspeisen können, weil die Anlage abgeregelt wird. Das geschieht in Deutschland immer häufiger, da viele Wind- und Solaranlagen dort stehen, wo die Bedingungen (viel Wind und/oder viel Sonne) für die Stromerzeugung günstig sind. Das ist aber nicht immer dort, wo der Strom auch benötigt wird. Im industriereichen Süden und Westen stehen in der Regel konventionelle Kraftwerke, die den Strom viel teurer erzeugen müssen. All diese Kosten – Entschädigungszahlung, Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen, obwohl es günstigen Strom aus erneuerbaren Energien gäbe – nennt man „Redispatchkosten“. Für 2025 rechnet man mit Redispatchmaßnahmen in Höhe von voraussichtlich 2,7 Milliarden Euro.

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