Auslöser der Turbulenzen ist die Lage rund um die Straße von Hormus. Durch die Meerenge vor der Küste des Iran läuft etwa ein Fünftel des weltweiten Öltransports. Nach den Angriffen Israels und den USA im Nahost-Konflikt hat der Iran den Schiffsverkehr in der Meerenge eingeschränkt. Jede Störung in diesem Nadelöhr kann die Energiepreise weltweit steigen lassen.

Der Ölpreis gilt – zusammen mit dem Dollarkurs – als wichtigster Treiber für Spritpreise. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie weist zudem darauf hin, dass der Nahe Osten derzeit teilweise auch als Lieferant von fertigem Kraftstoff, insbesondere Diesel, ausfalle.

Trotzdem sieht die Bundesregierung aktuell keine Versorgungsprobleme. „Wir sehen keine Knappheiten bei Öl“, sagte Reiche am Mittwoch. „Im Gasmarkt sehen wir auch keine physischen Knappheiten.“ Auch der Branchenverband äußerte sich ähnlich: Deutschland beziehe sein Rohöl aus rund 30 Ländern, wichtigste Lieferanten seien Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien.

Das Wirtschaftsministerium denkt über eine zusätzliche Vorsorge im Gasmarkt nach. Im Podcast von „Table.Briefings“ sprach sich Reiche für eine strategische nationale Gasreserve aus, unabhängig von aktuellen Marktbewegungen. „Wir denken darüber nach, wie eine solche Krisenvorsorge jenseits der Märkte organisiert werden kann.“

Von schnellen politischen Eingriffen wie einer Gaspreisbremse rät sie ab:
„Jetzt Maßnahmen loszutreten, die dazu führen, dass ohnehin steigende Preise angeheizt werden, weil Marktteilnehmer vermuten, die Bundesrepublik Deutschland werde jeden Preis zahlen, um Knappheiten, die wir gar nicht haben, zu begegnen, würde die Situation verschärfen.“

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