Als Arbeitgeber ist meine Haltung klar: Teilzeit ist okay, Vollzeit ist besser. Viele Menschen möchten mehr arbeiten – und wir als Arbeitgeber wollen das auch ermöglichen. Wir stellen gern Menschen ein, die flexibel arbeiten wollen, aber die dafür nötigen Rahmenbedingungen können wir nicht allein schaffen. Das heißt, es muss überall genügend Angebote zur Kinderbetreuung und Pflege geben. Viele Beschäftigte sind aufgrund familiärer Verpflichtungen in Teilzeit, sie würden gern Vollzeit arbeiten, können aber nicht. Schade ist, dass die Debatte teilweise populistisch geführt wurde und sich fast nur um das Wort „Lifestyle-Teilzeit“ drehte. Dabei wäre das eine Gelegenheit gewesen, über eine Steigerung des Arbeitsvolumens zu sprechen – und dazu gehört auch, die vielen gesetzlichen Teilzeitansprüche in den Blick zu nehmen. Wir brauchen mehr Arbeit, um wieder den Wachstumspfad einzuschlagen.

Die CDU hat auf ihrem Parteitag das Aus für die telefonisch Krankschreibung beschlossen. Würden damit wirklich die hohen Krankenstände in Deutschland sinken?

Die aktuell hohen Krankenstände sind ein echtes Problem – im Öffentlichen Dienst sogar ein besonders großes. Alles, was Missbrauch erschwert, ist deshalb hilfreich. Insofern ist das gut, auch wenn es durch den Parteitagsbeschluss natürlich noch lange nicht mit der SPD geeint und im Parlament verabschiedet ist. Aber klar ist auch: Damit allein wird sich das Problem nicht lösen. Wir brauchen ein ganzes Bündel an Maßnahmen, das deutlich mehr Wirkung entfaltet.

Eine Idee wäre die Einführung eines Karenztages, sodass der Arbeitgeber den Lohn im Krankheitsfall erst ab dem zweiten Krankheitstag zahlt. Der so am Anfang „verlorene“ Tag könnte dann hinten drangehängt werden. Der Vorteil eines solchen Systems, wie es ähnlich in ein paar europäischen Staaten üblich ist, wäre: Diejenigen, die wirklich krank sind und die lange ausfallen, bekämen dieselben Leistungen wie jetzt. Ein solches Modell würde dazu beitragen, die Zahl sehr kurzfristiger Fehlzeiten weiter zu reduzieren und den Fokus stärker auf tatsächlich notwendige Ausfallzeiten zu lenken.

Gegen einen solchen Vorschlag dürften die Gewerkschaften Sturm laufen.

Mag sein, aber das heißt ja nicht, dass er deshalb schlecht ist. Noch mal: Das ist nur ein Vorschlag von vielen. Es ist doch so: Wir Arbeitgeber machen viele Reformvorschläge, wie das Gesundheitssystem reformiert werden könnte. Von den Gewerkschaften kommen nur Blockaden. Da geht es immer nur um mehr Geld ins System und höhere Steuern.

Share.
Exit mobile version