Der Rheinland-Pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer und seine saarländische Kollegin Anke Rehlinger (beide SPD) veröffentlichten ein gemeinsames Statement. „Diese schreckliche Gewalt gegen jemanden, der einfach seinen Job macht, lässt uns wütend und traurig zurück.“

Weiter hieß es: „Unser Dank gilt auch allen Fahrgästen, die geholfen haben, den Zugbegleiter zu retten, und erste Hilfe leisteten“. „Der Opferschutzbeauftragte von Rheinland‑Pfalz wird der Familie Unterstützung anbieten“, so Schweitzer. Der getötete Serkan C. lebte in Ludwigshafen am Rhein.

Zuvor hatte Bahn-Chefin Palla auf der Network-Plattform LinkedIn zu dem Vorfall geschrieben: „Wir alle bei der Deutschen Bahn verurteilen diesen schrecklichen Gewaltexzess und den völlig sinnlosen Tod des Kollegen aufs Schärfste. Wir alle müssen uns die Frage stellen, warum es immer wieder zu solchen Gewaltausbrüchen kommt. Wir, die Politik, die Gesellschaft, müssen Antworten geben. Heute ist ein schwarzer Tag für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner im Land. Wir bei der Bahn trauern.“

Auch der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Martin Burkert äußerte seine Erschütterung: „Wir akzeptieren es nicht länger, dass man sich als Zugbegleiter in Lebensgefahr begibt, sobald man seine Schicht antritt“. Am Mittwochnachmittag um 15 Uhr ruft die EVG die Mitarbeitenden und Mitreisenden zu einer Schweigeminute für den getöteten Zugbegleiter auf.

Die Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa kommentierte derweil die allgemeine Gefahr für Bahnmitarbeitende: „Wer im Dienst für die Gemeinschaft Verantwortung für andere übernimmt und sich für das Gemeinwesen engagiert, verdient Schutz, unabhängig von Berufsbezeichnung, Ausbildungsabschluss oder Status.“ Dabei kritisiert der Caritasverband die von der Bundesregierung geplante Reform des Strafrechts, die Angriffe auf einzelne Berufsgruppen schärfer sanktionieren soll.

Dies greife zu kurz, weil es nur besonderen strafrechtlichen Schutz für einzelne klar definierte Berufsgruppen verschärfe. „Gewalt gegen Helfende ist nicht hinnehmbar, unabhängig davon, ob diese haupt- oder ehrenamtlich tätig sind. Für ihren Schutz braucht es keine selektiven Strafverschärfungen, aber ein entschlossenes präventives Handeln, das den objektiven Schutz verbessert“, so Welskop-Deffaa.

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