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Home » Rassismus-Debatte wegen Plakat in Egerkingen
Panorama

Rassismus-Debatte wegen Plakat in Egerkingen

MitarbeiterBy MitarbeiterFebruar 6, 2026
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Rassismus-Debatte wegen Plakat in Egerkingen

„Finde es diskriminierend“

Fastnachtsplakat löst erbitterte Diskussion aus


05.02.2026 – 14:31 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Fastnachtsfeier in der Schweiz (Symbolbild): In Egerkingen ist eine Rassismusdebatte entbrannt. (Quelle: IMAGO/Frank Bienewald/imago)

Seit Jahren kommt das kleine Dorf Egerkingen in der Schweiz während der Fastnachtszeit nicht zur Ruhe. Ein Plakat erhitzt die Gemüter – und die Debatte um Meinungsfreiheit.

Ein Plakat anlässlich der bevorstehenden Fastnachtsfeierlichkeiten löst derzeit Kontroversen in der 4.000-Einwohner-Gemeinde Egerkingen in der Schweiz aus. Kritiker des Plakats bemängeln Rassismus, die Gegenseite sieht sich in ihrer Meinungsfreiheit bedroht.

Auf dem Plakat steht in großen Buchstaben „Das Universum ruft“. Unter dem „N“ von „Universum“ stehen die Buchstaben „egerchinge“. Das Dorf wird in der Fastnachtszeit traditionell zu „N*gerchinge“ umbenannt, in Anlehnung an den früheren Namen des Dorfes, Egerchingen, der erstmals im Jahr 1212 urkundlich erwähnt wurde. Im Schweizer Medium „20 Minuten“ kritisierte das eine Anwohnerin. Der Name sei klar rassistisch. „Ich finde es aufgrund des N-Worts diskriminierend“, sagte sie. Daran könne auch die Begründung, es gehöre zur Tradition, nichts ändern.

Tatsächlich scheinen sich auch weitere Anwohner in Egerkingen an dem Namen zu stören: Wie „20 Minuten“ weiter berichtete, hätten Unbekannte den Buchstaben „N“ in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit schwarzer Folie überklebt.

Auch die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus kritisierte das Plakat und den Namen. Geschäftsführerin Alma Wiecken erklärte der Zeitung: „Wenn Ausdrücke verwendet werden, die aufgrund ihrer historischen Bedeutung und Herkunft als verletzend und herabsetzend gelten und von den Betroffenen so wahrgenommen werden, sollte die Verwendung dieser Begriffe vermieden werden, unabhängig davon, ob eine diskriminierende Intention dahintersteht.“ Auch während der Fasnachtszeit sei es wichtig, solchen Fragen „mit etwas Geschichtsbewusstsein, Feingefühl und Grundanstand“ zu begegnen.

Gemeindepräsident Bernhard Studer verteidigte die Umbenennung während der Fastnachtszeit hingegen. Diese hänge mit der „katholischen Tradition“ zusammen: Im 19. Jahrhundert seien Mitglieder der Christlichdemokratischen Volkspartei als „Schwarze“ bezeichnet worden. In Egerkingen hätten FDP-Anhänger während der Fasnacht dem Ortsnamen ein zusätzliches „N“ angehängt, um sie „aufs Korn zu nehmen“. Studer ergänzte: „Es ist ja Fasnacht, die Zeit, in der man Narrenfreiheit hat und man sagen kann, was man will. Ich persönlich habe kein Problem damit.“

Im Schweizer Medium „Nau.ch“ legte Studer nach: Dass das große „N“ auf dem Plakat zu Egerkingen gehöre, sei „nicht offensichtlich“, sagte er. Es brauche vielmehr „einiges an Interpretation“, um einen rassistischen Bezug herzustellen.

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