„Wird bedauert“

Ramadan-Eklat an deutscher Schule – Behörde wird deutlich


Aktualisiert am 10.03.2026 – 14:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Joseph-Beuys-Gesamtschule in Kleve: Ein Streit um den Fastenmonat Ramadan beschäftigt die Behörden. (Quelle: IMAGO/Markus van Offern (mvo)/imago-images-bilder)

Ärger in einer Gesamtschule in NRW: Wegen des Ramadan kommt es in der Schülerschaft offenbar zu unschönen Szenen. Jetzt will die Bezirksregierung einiges klarstellen.

Eine Mutter hatte die Diskussion mit ihren Aussagen in der „Bild“-Zeitung ins Rollen gebracht. Sie berichtete, fastende Schüler hätten ihrem Kind gesagt: „Wir haben Ramadan, du musst jetzt fasten und dein Brot in die Tonne werfen!“ Als sich die Mutter bei der Klassenlehrerin beschwerte, habe diese geantwortet: „Wir haben gemeinsam darüber gesprochen, dass Trinken und Essen in den Pausen weiterhin vollkommen in Ordnung ist, aber dass die Kinder, die nicht fasten, nicht mit ihrem Essen oder Ähnlichem provozieren sollen, da auch das vorgefallen ist. Die Kinder sollen sich im besten Fall gegenseitig nicht beim Essen oder Nichtessen beobachten, sodass die ‚Regel‘, sich wegzudrehen, für alle Kinder gilt.“

Eine Sprecherin der Bezirksregierung teilte t-online am Dienstag mit: Ergebnis eines in der Klasse unter den Schülern durchgeführten klärenden Gesprächs sei „es eben nicht“ gewesen, Schüler dazu anzuhalten „sich beim Essen um- oder wegzudrehen“, so die Sprecherin. „Leider hat die Kommunikation mit einer Mutter zunächst zu Irritationen geführt. Dies wird ausdrücklich bedauert.“ Auch von der Lehrkraft sei das so keinesfalls intendiert gewesen, beteuerte die Sprecherin.

In die betroffene Klasse der Joseph-Beuys-Gesamtschule sollen laut „Rheinische Post“ rund 20 Schüler im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren gehen. Viele der Kinder hätten einen Migrationshintergrund. Nicht fastende Kinder hätten demnach muslimischen Mitschülern provozierend ihr Pausenbrot unter die Nase gehalten. Gläubige Schüler hätten wiederum mit Würgegeräuschen auf das Essen der nicht fastenden Kinder reagiert.

Die Bezirksregierung teilte dazu mit: „In einer 5. Klasse an der Beuys-Gesamtschule in Kleve kam es zu Unstimmigkeiten, die für das Alter der Kinder nicht untypisch sind.“ Und weiter: „Allen Schülerinnen und Schülern der Klasse ist klar, dass selbstverständlich weiterhin getrunken und in den Pausen gegessen werden darf. Eine Verpflichtung, dies zu verbergen oder einzuschränken, besteht nicht.“

Während des Ramadan, der in diesem Jahr am 19. März endet, verzichten gläubige Muslime jeden Tag von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang unter anderem auf Essen und Trinken. Abends kommen die Menschen traditionell zusammen, um das Fasten zu brechen.

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