Skispringen am Holmenkollen
Deutscher Olympiasieger Raimund verweigert Sprung
15.03.2026 – 18:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Jury lässt in Oslo trotz Wind einen Durchgang springen, dann bricht sie ab. Raimund zieht Konsequenzen, der Bundestrainer hat eine klare Meinung.
Bei starkem Wind am Holmenkollen hat Olympiasieger Philipp Raimund seinen Sprung verweigert und den Wettkampf vorzeitig beendet. Zuvor war Teamkollege Felix Hoffmann bei Böen nur knapp einem Sturz entgangen.
Gewertet wurde am Ende nur ein Durchgang, wodurch Tomofumi Naito seinen ersten Karrieresieg feierte. Der Slowene Anze Lanisek wurde Zweiter, der Finne Antti Aalto landete auf Rang drei. Karl Geiger belegte als bester Deutscher mit einem Sprung auf 127,5 Metern den elften Platz.
Raimund sagte in der ARD zu seiner Entscheidung, schon im ersten Durchgang nicht zu springen: „Ich habe gemerkt, es wird immer noch wilder, immer noch unabsehbarer. Ich bin freiwillig hier, ich will Spaß am Skispringen haben und muss mir dann nicht noch Sorgen machen, ob ich heil unten ankomme.“ ARD-Experte Sven Hannawald hatte Verständnis für die Entscheidung. „Heute ist es völlig wild.“ Der 51-Jährige ergänzte: „Da kannst du auch Lotto spielen.“
Bundestrainer Stefan Horngacher sagte in der ARD: „Es ist viel schwerer runterzugehen, als runterzuspringen. Das ist für den Sportler viel schlimmer. Aber er hat sich dafür entschieden. Respekt dafür.“
Raimund hatte an den beiden Tagen zuvor mit dem Berg zu kämpfen. Am Samstag landete er auf dem 36. Rang. Er verpasste den zweiten Durchgang, eine Woche nach seinem ersten Weltcupsieg in Lahti. Felix Hoffmann sagte nach seinem Sprung: „Ich habe nicht ganz die Kontrolle, aber der Ski hat schon gemacht, was er wollte. Ich bin froh, dass ich auf beiden Füßen ausgefahren bin.“
Die Jury brach den Wettkampf nach dem ersten Durchgang ab. Sie stoppte ihn kurz vor dem geplanten Start der zweiten Runde. Domen Prevc wurde Neunter. Der dreimalige Tourneesieger Ryoyu Kobayashi landete auf Platz 32. Gregor Deschwanden kam auf Rang 36. Der Schweizer hatte am Samstag gewonnen. Er war mit 35 Jahren zum ältesten Premierensieger im Weltcup geworden.
