„Erhält nun psychologische Hilfe“

Niederländischer Ex-Nationalspieler gesteht Messerattacke


17.03.2026 – 23:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Quincy Promes lief 50-mal für die niederländische Nationalmannschaft auf. (Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/dpa-bilder)

Quincy Promes griff seinen Neffen auf einer Familienfeier mit einem Taschenmesser an. Lange schwieg er zu den Vorwürfen, nun legte er ein Geständnis ab.

Der frühere niederländische Nationalspieler Quincy Promes hat sich in einem Berufungsverfahren erstmals zum Messerangriff auf ein Familienmitglied geäußert – und dabei ein Geständnis abgelegt. Das berichten niederländische Medien übereinstimmend.

Demnach räumte der 34-Jährige, der unter anderem für Ajax Amsterdam und den FC Sevilla auflief, über seine neuen Anwälte ein, im Juli 2020 bei einer Familienfeier in Abcoude zugestochen zu haben. Zuvor habe er seinem Neffen vorgeworfen, Familienschmuck gestohlen zu haben, woraufhin es zu einem Streit kam.

Bei einer Voranhörung bestätigten die Anwälte von Promes am Dienstag, dass dieser in der Situation „einmal mit einem Taschenmesser zugestochen“ habe. Laut Verteidigung habe er in einem plötzlichen Impuls gehandelt, möglicherweise aus Notwehr.

Bereits 2023 war Promes von einem Amsterdamer Gericht wegen schwerer Körperverletzung zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Zu diesem Zeitpunkt hielt er sich in Russland auf, wo er für Spartak Moskau spielte. Weniger als ein Jahr später folgte ein weiteres Urteil.

Dabei ging es um den Vorwurf, Promes und Komplizen hätten mehr als 1.350 Kilogramm Kokain geschmuggelt. In diesem Fall verhängte das Gericht eine Haftstrafe von sechs Jahren. Gegen beide Urteile legte der Niederländer Berufung ein.

Zum Messerangriff hatte Promes lange geschwiegen. Diese Entscheidung bewertet er inzwischen anders. „Er hatte jegliches Vertrauen in die Justiz verloren und erhält nun psychologische Hilfe“, wird das Anwaltsduo Gert-Jan Knoops und Carry Knoops zitiert. Das Berufungsgericht will den Fall im November und Dezember verhandeln.

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