„Unmengen an Tüten“
Nachbarin belastet Christina Block
31.03.2026 – 12:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Einkäufe wie vor einer Party werden ins Haus von Christina Block gebracht – und das unmittelbar vor der Entführung der Kinder. Der Anwalt des Vaters hat eine eindeutige Meinung dazu.
Im Hamburger Prozess um die Entführung der Kinder von Christina Block hat am Dienstag eine Nachbarin der Mutter ausgesagt. Laut dem Anwalt von Blocks Ex-Mann Stephan Hensel, der im Prozess als Nebenkläger auftritt, hatte sich die Nachbarin bei ihm gemeldet, um über ihre Beobachtungen kurz vor der Silvesternacht 2023/24 zu berichten.
„Ich habe gesehen, dass Frau Block Unmengen von Sachen eingekauft hat“, sagte die Zeugin laut „Hamburger Abendblatt“ vor Gericht. Es seien „Unmengen von Tüten“ in Blocks Wohnhaus geschleppt worden. Ihrer Erinnerung nach seien es acht bis zwölf Tüten gewesen. Sonst würden nicht so viele Supermarkttüten gebracht wie am Tag vor Silvester: „Ich sagte zu meiner Familie: Bei Blocks gibt es wohl ’ne große Party.“ Am Tag darauf sei das Haus dann allerdings dunkel gewesen.
In der Silvesternacht wurden zwei gemeinsame Kinder von Christina Block und Stephan Hensel aus der Obhut des Vaters in Dänemark entführt. Die 52 Jahre alte Block ist angeklagt, eine israelische Sicherheitsfirma mit der Entführung beauftragt zu haben. Der damals zehnjährige Junge und das 13-jährige Mädchen waren gewaltsam nach Süddeutschland gebracht worden. Ihre Mutter holte sie von dort nach Hamburg. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, bestreitet, den Auftrag zur Entführung erteilt zu haben.
Nach Ansicht von Hensels Anwalt belastet die Aussage der Nachbarin Christina Block. Der Großeinkauf belege: „Frau Block wusste, dass die Entführung ansteht.“ Die Verteidigung verneinte dies hingegen.
Aufsehen erregte auch die Aussage der Zeugin zu Blocks Erziehungsmethoden. Als die Kinder noch bei der Mutter gelebt hätten, sei der Umgang der Mutter mit ihnen rabiat gewesen. Einmal habe der Junge ohne Schuhe vor der Haustür der Blocks im Regen gestanden. Damals sei er vielleicht drei oder vier Jahre alt gewesen. Die Nachbarin habe dann ihre Tochter geschickt, um zu helfen. Christina Block habe gesagt, ihr Sohn wisse, warum er vor der Tür stehe.
