Proteste gegen AfD-Parteitag

Polizei stößt mit Demonstranten zusammen – A71 blockiert


Aktualisiert am 04.07.2026 – 08:27 UhrLesedauer: 4 Min.

Protestierende gegen den AfD-Parteitag in Erfurt. (Quelle: Ebrahim Noroozi/ap)

Der AfD-Parteitag in Erfurt wird von Protesten begleitet. Es drohen gewaltsame Auseinandersetzungen. Die Entwicklungen des Tages im Liveblog.

Julian Alexander Fischer berichtet aus Erfurt

In Erfurt herrscht am Samstag Ausnahmezustand. Weil die AfD ihren Bundesparteitag auf dem Messegelände der thüringischen Landeshauptstadt abhält, gibt es im Moment zahlreiche Proteste. Über 30 Gegenveranstaltungen sind angemeldet, die Polizei rechnet mit bis zu 50.000 Demonstranten.

Neben dem Bündnis „Zusammenstehen“, dem Deutschen Gewerkschaftsbund, Fridays for Future, den Omas gegen Rechts, den Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club oder Parteien hat vor allem das Bündnis „Widersetzen“ zum Protest aufgerufen. Die Mitglieder wollen nicht nur protestieren, sondern die Zufahrten zum Parteitag blockieren. Seit 5.30 Uhr laufen die ersten Blockaden.

Alle Entwicklungen des Tages im Liveblog

8.15 Uhr: Nach Angaben der Polizei befinden sich derzeit rund 15.000 Demonstranten in Erfurt. Damit blieb die Beteiligung deutlich hinter den Erwartungen zurück: Im Vorfeld war mit bis zu 60.000 Teilnehmern gerechnet worden. „Mit dieser Menge lässt sich das Ziel, den Parteitag zu verhindern, nicht erreichen“, sagte ein Polizeisprecher.

8.05 Uhr: Die Aktivisten melden auf der Plattform X, wie es der Polizei gelingt, die AfD-Delegierten an den Protesten vorbei zum Parteitagsgelände zu lotsen. Dazu werden offenbar Feldwege genutzt.

8 Uhr: Die Messehalle füllt sich. Start soll pünktlich um 10 Uhr sein. Mehr als zwei Stunden vor dem geplanten Start hält sich schon der Großteil der rund 600 Delegierten am Tagungsort auf. Nach Angaben der Partei waren gegen 7.30 Uhr schon 540 Delegierte in der Erfurter Messehalle.

7.55 Uhr: Wenige hundert Meter weiter ist die Stimmung in der Cyriakstraße aufgeheizt. Rund 150 Leute sind von der Polizei eingekesselt. Die Polizei lässt die Menschen nicht weiter, Verpflegung kommt nicht durch. Es gab Streit, da die Demonstranten ein Privatgrundstück betreten wollten. In der Folge eskalierte die Lage kurzzeitig, die Polizei griff Demonstranten an und trat auch nach ihnen, um ihnen Plakate zu entreißen, berichtet t-online-Reporter Julian Alexander Fischer von vor Ort. Eine Person habe einen Trommelfellschaden wegen eines explodierenden Böllers erlitten.

Polizei und Demonstranten stoßen zusammen (Quelle: Gerhard Trilse)
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