Einige Symbolik hat auch ein Besuch von Höcke am Sonntagmittag an den Externsteinen im Teutoburger Wald. Der Thüringer Landesparteichef hatte sich dort mit mehreren nordrhein-westfälischen AfD-Politikern getroffen. Eigentlich war laut Polizei ein Besuch am Hermannsdenkmal geplant. Dort hatten sich aber rund 350 Gegendemonstranten versammelt. Höcke war mit seinem Besuchsprogramm dann kurzfristig auf die nahegelegenen Externsteine ausgewichen.

Sowohl das Hermannsdenkmal als auch die Externsteine bekamen im Nationalsozialismus eine propagandistische Bedeutung – und spielen für rechtsextreme Kreise bis heute als Kultort eine besondere Rolle. Der Landesverband Lippe als Betreiber der beiden Ausflugsziele kämpft seit Jahren gegen die Vereinnahmung der Orte durch Rechtsextreme.

Am Montagabend soll der 53-jährige Thüringer Landesparteichef nun auf Einladung des Düsseldorfer AfD-Kreisverbands eine Rede in Garath halten. In dem Stadtteil der Landeshauptstadt hatte die AfD bei den Kommunalwahlen im vergangenen Herbst einen Spitzenwert von rund 32 Prozent erzielt.

Drei Bündnisse haben bei der Polizei Protestaktionen angemeldet. Geplant sind zahlreiche dezentrale Aktionen und Aufzüge. Vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) über Wohlfahrts- und Kulturverbände bis hin zum Mieterverein und den Ultras von Fortuna Düsseldorf schließen sich immer mehr Unterstützer dem Aufruf an. Vor dem Veranstaltungsort der AfD soll auch ein Protest-Wagen des Düsseldorfer Künstlers Jacques Tilly auffahren.

„Wir wollen ein klares Zeichen setzen, dass Demokratiefeinde wie Höcke keinen Platz in Düsseldorf haben“, hatte die Düsseldorfer DGB-Vorsitzende Sigrid Wolf das Engagement der Gewerkschaft im Vorfeld begründet. Zuvor war ein gemeinsamer Antrag von SPD, Volt und Grünen im Düsseldorfer Rat gescheitert, Höcke Hausverbot in den städtischen Veranstaltungsräumen zu erteilen.

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