„Totalvernichtung“

Zeugin fotografierte brennenden Fabian – Profiler äußert Theorie


Aktualisiert am 26.06.2026 – 14:51 UhrLesedauer: 3 Min.

Feuer am Fundort der Leiche von Fabian (Archivbild): Eine Zeugin machte das Foto, dachte sich aber nichts dabei. (Quelle: Polizei/Collage: Heike Aßmann)

Im Fall Fabian sagt am 15. Prozesstag vor dem Landgericht Rostock ein Profiler aus. Er äußert eine Theorie, warum Fabian nach seinem Tod angezündet wurde.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow hat sich am 15. Prozesstag ein Gutachter der operativen Fallanalyse, ein sogenannter Profiler, zu Wort gemeldet. Der 57 Jahre alte Sachverständige hatte den Auftrag, ein Täterprofil zu erstellen und Theorien zu den Hintergründen und Motiven der Tat zu entwickeln.

Des Mordes angeklagt ist die 30 Jahre alte Gina H., die Partnerin von Fabians Vater. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, den Achtjährigen am 10. Oktober vorigen Jahres von seinem Zuhause in Güstrow (Landkreis Rostock) abgeholt, ihn zu einem Tümpel im rund 15 Kilometer entfernten Klein Upahl gefahren und den Jungen dort mit sechs Messerstichen getötet zu haben.

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Als Motiv nimmt die Staatsanwaltschaft an, Gina H. habe mit der Tat einen Streitpunkt in der Beziehung zu Fabians Vater aus dem Weg räumen wollen. Den Jungen habe sie als Störfaktor empfunden. Für die Angeklagte gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.

Fall Fabian: So wurde Junge wohl aus Wohnung in Güstrow gelockt

Wie der Profiler am Freitag vor dem Landgericht Rostock aussagte, handelt es sich in dem Fall um eine „geplante Tötung“. Fabian war seiner Analyse zufolge wohl nicht mit Gewalt aus dem Haus gebracht, sondern herausgelockt worden. „Es wurde ein positiver Anreiz gesetzt, das Haus zu verlassen“, sagte er laut „Bild“-Zeitung. Wahrscheinlich sei deshalb, dass Fabian die Täterin oder den Täter gekannt haben muss. Außerdem müsse der Täter den Tat- und späteren Fundort, einen Tümpel bei Klein Upahl, gekannt haben. An dem schlecht einsehbaren Ort sei Fabian „arglos“ gewesen, so der Gutachter. Es hätten sich keinerlei Hinweise auf Abwehr oder Flucht ergeben.

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Die Tötung mittels sechs Messerstichen, von denen zwei den Jungen direkt ins Herz trafen, bewertete der Gutachter eingehend: „Wenn ich einen Menschen umbringen möchte oder muss, hätten ein bis zwei Stiche ausgereicht“, sagte der Profiler. Die Vielzahl der Verletzungen und das anschließende Verbrennen sprechen dafür, „dass mehr gemacht wurde, als nur einen Jungen zu töten“.

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