Folgen des Iran-Kriegs

Preissprung: Tanken in Hamburg so teuer wie lange nicht


01.03.2026 – 19:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Tanksäule in Hamburg (Symbolbild): Die Spritpreise in der Hansestadt stiegen jüngst deutlich an. (Quelle: IMAGO/Lobeca/Ralf Homburg/imago)

Eskalation in Nahost: Auch Autofahrer in Hamburg sind von der Krisenlage betroffen. Die Spritpreise an der Tankstelle steigen rapide.

Der Krieg im Nahen Osten scheint von Hamburg weit entfernt. Für Autofahrer in der Hansestadt ist er dennoch spürbar – beim Blick auf die Preistafel an der Tankstelle. Mit der sich zuspitzenden Krise zwischen den USA, Israel und dem Iran sind die Kraftstoffpreise deutschlandweit deutlich gestiegen und liegen laut ADAC-Angaben so hoch wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr.

In Hamburg lag der mittlere Preis für einen Liter Super (E5) am Sonntag laut einer SWR-Analyse bei 1,84 Euro und damit 2 Cent über dem Wert von vor einer Woche. Zum Jahresende 2025 kostete der Liter Super im deutschlandweiten Schnitt noch 1,70 Euro.

Für E10 müssen Hamburger aktuell 1,78 Euro pro Liter (Ende 2025 deutschlandweit: 1,64 Euro) zahlen. Am stärksten gestiegen ist der Dieselpreis: 1,75 Euro je Liter gehen dafür in Hamburg über den Tresen. So teuer war der Liter Diesel bundesweit zuletzt im April 2024.

Wichtigster Treiber ist dabei typischerweise der Rohölpreis, der seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran unter starkem Druck steht. Einerseits drohen Lieferausfälle aus der ölreichen Islamischen Republik. Weit schwerwiegender ist jedoch die Lage an der Straße von Hormus. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean. Rund ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion wird täglich über diese Handelsroute transportiert.

Nach Angaben einer iranischen Nachrichtenagentur haben Irans Revolutionsgarden den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus nach Beginn der Angriffe auf den Iran eingeschränkt. Nach staatlichen Angaben aus dem Oman wurde im Bereich der Meeresenge ein Öltanker angegriffen. Jede ernsthafte Blockade hätte nach Einschätzung von Analysten unkalkulierbare Folgen für den Weltmarkt.

Das Ölkartell Opec+ zog bereits erste Konsequenzen: Acht Ölförderländer wollen ihre Produktionsmengen ab April deutlich stärker anheben als von Analysten ursprünglich erwartet. Insgesamt wird die Tagesproduktion um 206.000 Barrel (je 159 Liter) gesteigert, wie die Kerngruppe des Kartells nach einer Online-Sitzung mitteilte.

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