Deutschlandweiter Vergleich

„Mietexplosion“: München hat teuerste Neuvermietungen

06.04.2026 – 08:30 UhrLesedauer: 2 Min.

München (Archivbild): Vor allem die Neuvermietungen liegen hier im Schnitt über dem bundesweiten Mietspiegel. (Quelle: IMAGO/Rolf Poss)

Wer in Metropolen wie München eine neue Bleibe sucht, muss tief in die Tasche greifen. Das belegen auch neue Zahlen des Bauministeriums, die die Linke abgefragt hat.

Trotz Mietpreisbremse müssen Wohnungssuchende in Großstädten heute im Schnitt 43 Prozent mehr zahlen als vor zehn Jahren. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Caren Lay hervor. Auch wenn München unter dem bundesweiten Schnitt liegt, ist die Stadt bei Neuvermietungen so teuer wie keine andere deutsche Großstadt.

21,29 Euro pro Quadratmeter in München

Das Bauministerium bezieht sich dabei auf Angebotsmieten ohne Nebenkosten von im Internet inserierten Wohnungen in 14 Großstädten. München liegt mit einem Plus von 37 Prozent unter dem Schnitt, doch waren dort die Mieten schon 2016 sehr hoch. Mit 21,29 Euro je Quadratmeter war die bayerische Landeshauptstadt bei Neuvermietungen 2025 so teuer wie keine andere deutsche Großstadt.

Frankfurt am Main erreichte nach einem Zehn-Jahres-Plus von 39 Prozent einen Durchschnittswert von 16,58 Euro. In Stuttgart waren es bei 37 Prozent Zuwachs nun 16,06 Euro je Quadratmeter.

Mietpreisbremse kann rasanten Anstieg nicht bekämpfen

Das Ministerium weist darauf hin, dass neue Vermietungen über andere Wege als Internetinserate womöglich günstiger sind, so etwa über Wartelisten bei Wohnungsbauunternehmen oder direkte Vermittlung. „Die Angebotsmieten im Internet inserierter Wohnungen sind nicht repräsentativ für das gesamte Wohnungsangebot von Neuvermietungen“, heißt es in der Antwort.

Linken-Politikerin Lay verweist dennoch auf eine „Mietpreisexplosion“ und spricht von politischem Versagen. „Die Mietpreisbremse kann im Einzelfall wirken, taugt aber nicht, um den rasanten Anstieg von Angebotsmieten auszubremsen“, sagte Lay.

Linke für Mietendeckel und gegen Mietenwucher

Die Mietpreisbremse gilt seit 1. Juni 2015 für die Vermietung von bestehenden Wohnungen in sogenannten angespannten Wohnungsmärkten. Die Miete darf höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Lay kritisiert, dass Ausnahmen das Instrument schwächten, so etwa Möblierungszuschläge oder Kurzzeitvermietungen.

Die Linke wirbt seit Jahren für einen bundesweiten Mietendeckel, der Mieten strikter begrenzen würde als die Preisbremse. Zudem will die Partei ein härteres Vorgehen gegen Mietwucher, also Mieten, die 20 Prozent oder sogar 50 Prozent über der üblichen Vergleichsmiete liegen.

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