Patient rastete aus
Polizist schießt in Notaufnahme
Aktualisiert am 10.03.2026 – 09:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Mann betritt eine Notaufnahme und behauptet, eine Vergiftung zu haben. Die Polizei wird verständigt. Doch plötzlich eskaliert die Situation.
In der Notaufnahme eines Erlanger Krankenhauses hat in der Nacht auf Dienstag ein 25-jähriger Polizist auf einen 35-jährigen Mann geschossen. Der Verdächtige hatte zuvor eine Polizistin mit Pfefferspray und einem Messer angegriffen, teilte die Polizei mit. „Wir rätseln darüber, wie die Situation in so kurzer Zeit so eskalieren konnte“, erklärte ein Polizeisprecher auf Anfrage von t-online. „Eigentlich waren meine Kollegen gekommen, um dem Mann zu helfen.“
Der Vorfall habe sich im Waldkrankenhaus Erlangen ereignet, hieß es weiter. Der 35-Jährige soll dort erschienen sein und angegeben haben, vergiftet worden zu sein. „Der Patient wirkte sprunghaft und verwirrt. Das kam dem Arzt merkwürdig vor, auch im Kontext einer potenziellen Vergiftung“, erklärte der Sprecher weiter. Deshalb habe der behandelnde Arzt daraufhin die Polizei verständigt.
Als die Beamten das Behandlungszimmer betraten, sei die Situation aber schnell aus dem Ruder gelaufen, hieß es weiter. Während die Polizisten den Fall aufnehmen wollten, habe sich der Mann zunehmend aggressiv gezeigt und ohne ersichtlichen Grund ein Pfefferspray hervorgezogen und gegen die 32-jährige Polizistin eingesetzt. „Direkt im Anschluss hat er sie mit einem Messer attackiert – zum Glück blieb das vergeblich“, führte der Sprecher aus. Ihr Kollege soll daraufhin einen Schuss abgefeuert haben. „Er traf den 35-Jährigen am Oberschenkel und konnte ihn so überwältigen.“
Der Mann sei daraufhin sofort von dem Klinikpersonal behandelt worden, Lebensgefahr habe nicht bestanden, so der Sprecher. Auch die Polizistin musste wegen leichter Verletzungen medizinisch versorgt werden. Ihr Kollege blieb unverletzt.
Warum der Mann so aggressiv wurde, sei nun Gegenstand der Ermittlungen, erklärte der Sprecher. „Es wurde eine Blutentnahme angeordnet. Es könnte sein, dass Alkohol oder Drogen dahinterstecken – oder vielleicht wirklich eine Vergiftung.“ Der Mann sei bereits in der Vergangenheit auffällig geworden, unter anderem wegen Körperverletzung und psychischer Auffälligkeiten.
Die Staatsanwaltschaft habe Haftantrag gegen den 35-Jährigen wegen versuchten Totschlags gestellt. „Wann er einem Haftrichter vorgeführt wird, ist aufgrund des Gesundheitszustandes des Mannes noch offen“, sagte der Polizeisprecher.
Gleichzeitig ermittle das Bayerische Landeskriminalamt nun wegen des Schusswaffengebrauchs durch den Polizisten. „Die Kriminalpolizei hat noch in der Nacht Spuren am Tatort gesichert“, erklärte der Sprecher. Die Notaufnahme habe für den Zeitraum gesperrt werden müssen. Mittlerweile sei sie aber wieder geöffnet.
