Im Bundestag

Politik nimmt Abschied von Rita Süssmuth

Aktualisiert am 24.02.2026 – 12:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Rita Süssmuth wird mit einem Trauerstaatsakt geehrt. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa/dpa-bilder)

Mit einem Trauerstaatsakt nehmen die Spitzen des deutschen Staates Abschied von Rita Süssmuth. Die frühere Bundestagspräsidentin und Bundesministerin starb im Alter von 88 Jahren.

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat ihre gestorbene Vorgängerin Rita Süssmuth als prägende politische Figur Deutschlands gewürdigt. Süssmuth habe gesellschaftliche Debatten bestimmt, sagte Klöckner bei einem Trauerstaatsakt für die einstige CDU-Politikerin im Bundestag. „Rita Süssmuth war eine Politikerin, die gesellschaftliche Fragen früher erkannte als andere. Sie wartete nicht, bis Debatten bequem wurden. Sie scheute keine Tabus – auch dann nicht, wenn der Gegenwind auch mal aus den eigenen Reihen kam.“

Das politische Berlin nahm mit dem von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angeordneten Staatsakt Abschied von Süssmuth, die Anfang Februar im Alter von 88 Jahren gestorben war. Sie wurde bereits in ihrer Heimatstadt Neuss in Nordrhein-Westfalen beigesetzt.

Süssmuth gehörte dem Bundestag von 1987 bis 2002 an und war von 1988 bis 1998 dessen Präsidentin. Von 1985 bis 1988 war sie unter Kanzler Helmut Kohl (CDU) Bundesfamilienministerin. Die Professorin für Erziehungswissenschaften war als Seiteneinsteigerin in die Politik gekommen. Als Kohl sie 1985 als Nachfolgerin von Heiner Geißler (CDU) zur Ministerin berief, war sie weitgehend unbekannt. Sie wurde aber rasch populär. Mit ihrem modernen Familien- und Frauenbild war Süssmuth vielen in ihrer eigenen Partei weit voraus und eckte immer wieder an

Klöckner erinnerte unter anderem an Süssmuths Kampf gegen die Aids-Krise. Sie habe sich gegen moralische Ausgrenzung und Verurteilung der Betroffenen gestemmt und der damaligen Vorstellung widersprochen, die Krankheit sei eine Strafe. „Nicht den Betroffenen sagte sie den Kampf an, sondern der Krankheit.“ Als Bundestagspräsidentin habe sie die Möglichkeiten des Amtes neu definiert. „Rita Süssmuth hat unser Parlament als moralische Institution gestärkt.“

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