„Absolute Priorität“
Polen verweigert den USA Patriot-Verlegung
Aktualisiert am 01.04.2026 – 07:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Polen lehnt die Entsendung von Patriot-Systemen zur Unterstützung der USA im Kampf gegen Iran ab. Sie werden zur Verteidigung der Nato-Ostflanke benötigt.
Warschau wird seine Patriot-Luftabwehrsysteme nicht in den Nahen Osten schicken. Das erklärte Polens Verteidigungsminister und Vizepräsident Władysław Kosiniak-Kamysz als Reaktion auf Medienberichte. Demnach hatte Washington geplant, diese im Krieg gegen Iran einzusetzen.
Die polnische Tageszeitung „Rzeczpospolita“ berichtete am Dienstag, dass die Vereinigten Staaten informell bei Warschau angefragt hätten, eine ihrer Patriot-Batterien in den Nahen Osten zu verlegen, wo amerikanische Streitkräfte zunehmend in einen Raketenkonflikt mit Iran verwickelt sind.
Kurz nach Veröffentlichung wies Kosiniak-Kamysz die Berichte zurück und schrieb auf X: „Unsere Patriot-Batterien und ihre Bewaffnung dienen dem Schutz des polnischen Luftraums und der Nato-Ostflanke.“ Daran ändere sich nichts, und Polen plane auch nicht, sie irgendwohin zu verlegen. „Unsere Verbündeten wissen sehr genau und verstehen, wie wichtig unsere Aufgaben hier sind. Polens Sicherheit hat absolute Priorität“, so der Verteidigungsminister weiter.
Polen verfügt über zwei Patriot-Batterien, die seit Ende 2025 vollständig einsatzbereit sind. Die in den USA hergestellten Patriot-Systeme können anfliegende Raketen oder Flugzeuge in Entfernungen von bis zu 100 Kilometern bekämpfen und sind ein zentraler Bestandteil der polnischen Verteidigung sowie der Nato-Ostflanke. Bereits mehrfach sind russische Drohnen im Zuge des Ukrainekriegs auch in den polnischen Luftraum eingedrungen. Polen teilt sich eine über 500 Kilometer lange Grenze mit der Ukraine.
Auf die Frage von „Rzeczpospolita“, ob Warschau unter Druck der USA stehe, die Luftabwehrsysteme bereitzustellen, erklärte der Sprecher des polnischen Verteidigungsministeriums, Janusz Sejmej: „Die Amerikaner setzen uns in dieser Angelegenheit in keiner Weise unter Druck.“ Ministerpräsident Donald Tusk hatte zuvor vor einer Eskalation im Nahen Osten gewarnt und erklärt, dass Polen keine Truppen in den Iran entsenden werde.











