Aktualisiert am 20.04.2026 – 06:53 UhrLesedauer: 3 Min.

Schauer, Gewitter und sinkende Temperaturen: Das Wetter in Deutschland schlägt abrupt um. Ein regelrechter Zusammenbruch des Polarwirbels wird erwartet.
Meteorologe Dominik Jung erklärt das aktuelle Wettergeschehen für t-online: „Deutschland hat am vergangenen Wochenende die letzten Stunden eines frühlingshaften Hochdruckgebiets erlebt, das sich seit Ostern mal stärker, mal schwächer über Mitteleuropa behauptet hat. Doch dieses Hoch steht unter zunehmendem Druck – und was sich in der kommenden Woche anbahnt, hat das Potenzial für eine der markantesten Wetterumstellungen dieses Frühjahrs.“
Zum Beginn der neuen Woche zieht die Störung zwar zunächst nach Osteuropa ab. Allerdings bleibt sie nicht dauerhaft fern. Durch ein Blockadehoch (ortsfestes, bis in große Höhen reichendes Hochdruckgebiet) über den nördlichen Breiten wird das System erneut nach Westen gelenkt. Mit seinem Kern zieht es von Nordost nach Südwest über Deutschland hinweg.
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Hinter dieser Entwicklung steht eine größere Umstellung der Wetterlage. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 83 Prozent etabliert sich zwischen Kanada, Grönland und Island ein sogenanntes Blockadehoch. Diese Konstellation führt dazu, dass die übliche Westströmung gestört wird.
„Und genau hier wird es meteorologisch brisant“, sagte der Meteorologe Jung. „Ein Blockadehoch auf dem Atlantik wirkt wie ein Riegel vor der normalen Westströmung.“ Für Deutschland bedeute das konkret: „Eine Ostwetterlage stellt sich ein, zunächst eher unspektakulär, mit Temperaturen, die auf 6 bis 12 Grad zurückgehen.“ Das allein wäre aber noch kein Aufreger – es wäre schlicht eine Rückkehr zum jahreszeitlichen Normalwert nach Wochen überdurchschnittlicher Wärme.
„Die eigentliche Brisanz liegt in dem, was danach kommen könnte“, betont der Wetterexperte. „Beide großen Vorhersagemodelle – das europäische ECMWF und das amerikanische GFS – rechnen mit einem zunehmenden Druckaufbau des Blockadehochs in Richtung Kanada und Grönland.“ In Kombination mit dem Kontinentalhoch über Sibirien und dem pazifischen Aleutenhoch werde der ohnehin geschwächte Polarwirbel weiter unter Druck gesetzt. „Die Modelle simulieren einen regelrechten Zusammenbruch des Polarwirbels – ein Vorgang, der in der Meteorologie als eines der stärksten Signale für weiträumige Kaltluftausbrüche gilt“, erklärt Jung.











