Blitze vor den Augen
Wann Sie binnen 24 Stunden zum Arzt müssen
24.04.2026 – 10:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Wenn wir uns am Kopf stoßen oder zu schnell aufstehen, sehen wir kurz Sternchen – unschön, aber harmlos. Blitze sind jedoch ein Warnzeichen.
Manchmal „sehen“ wir Dinge, die eigentlich gar nicht da sind. Beim zu schnellen Aufstehen am Morgen etwa haben manche erst einmal Sternchen vor den Augen. Was steckt dahinter?
„Beim schnellen Aufstehen kann der Blutdruck vorübergehend absinken. Dadurch werden Gehirn und Netzhaut für einen Moment etwas schlechter durchblutet“, sagt der Augenarzt Seleman Bedar, ärztlicher Leiter des OSG Augenzentrums Siegburg. Dann sehen wir kurz unscharf, schwarz oder eben kleine Lichtpunkte.
Auch wenn wir uns den Kopf stoßen, können solche Lichtphänomene auftreten. Durch den Stoß können nämlich die lichtempfindlichen Sinneszellen der Netzhaut gereizt werden. Dabei entstehen sogenannte Phosphene, also Lichtblitze oder „Sternchen“, obwohl eigentlich kein Lichtreiz vorhanden ist. Meist verschwinden diese Eindrücke nach wenigen Sekunden wieder. Phosphene zeigen sich oftmals auch, wenn Druck auf den Augapfel ausgeübt wird, etwa beim Reiben der Augen.
Treten Lichtblitze jedoch plötzlich und ohne äußeren Anlass auf, sollte man aufmerksam werden. „Das kann ein Hinweis darauf sein, dass der Glaskörper an der Netzhaut zieht oder ein Netzhautriss entstanden ist“, sagt Seleman Bedar. Dann ist rasche ärztliche Abklärung nötig, auf jeden Fall binnen 24 Stunden. Es kann nämlich eine Netzhautablösung drohen – eine seltene, aber schwerwiegende Augenerkrankung, die unbehandelt zur Erblindung führt.
Typische Warnzeichen sind:
Übrigens kann auch Migräne vorübergehende Sehstörungen verursachen. Bei einer sogenannten Aura sehen Betroffene häufig flimmernde, zackenförmige Linien im Gesichtsfeld, teilweise sogar ohne anschließende Kopfschmerzen. Dann ist von einer Augenmigräne die Rede. In der Regel dauert eine Episode etwa 10 bis 20 Minuten, sie kann aber auch bis zu einer Stunde anhalten.
