Neue Messungen überraschen

Planet könnte der Erde ähnlicher sein als gedacht


01.07.2026 – 15:39 UhrLesedauer: 3 Min.

„GJ 3378 b“: Der Planet wurde 2024 entdeckt. (Quelle: Nasa)

Ein Planet in kosmischer Nachbarschaft der Erde rückt bei der Suche nach lebensfreundlichen Welten in den Fokus. Neue Messungen zeigen Erstaunliches.

Forscher haben einen nahen Exoplaneten, der in der habitablen Zone um seinen Stern kreist, genauer vermessen und dabei eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht: „GJ 3378 b“ könnte ein felsiger Planet wie die Erde sein.

Ihre Ergebnisse haben die Astronomen um Paul Robertson und Michael Endl in der Fachzeitschrift „The Astrophysical Journal“ veröffentlicht. Aus früheren Messungen war aufgrund der berechneten Masse noch hervorgegangen, dass es wenig wahrscheinlich sei, dass es sich bei „GJ 3378 b“ um einen erdähnlichen Planeten handeln könnte.

„GJ 3378 b“ ist etwa 25 Lichtjahre von der Erde entfernt und das, was Astronomen als Supererde bezeichnen. Supererden sind Planeten, die größer oder massereicher als die Erde sind, aber kleiner als Eisriesen wie Uranus und Neptun.

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Der Planet umkreist einen sogenannten M-Zwerg. Das ist ein kleiner und lichtschwacher Stern. Solche Himmelskörper sind für die Suche nach nahen Exoplaneten besonders wichtig, weil ihre Planeten mit gängigen Messmethoden vergleichsweise gut nachweisbar sind.

Die neuen Daten verändern das Bild des Planeten deutlich, so die Forscher. Frühere Messungen hatten demnach auf eine Mindestmasse von etwa fünf Erdmassen hingedeutet. Die neue Analyse kommt nun auf 2,3 Erdmassen, mit einer Unsicherheit von 0,4 Erdmassen.

Planet bleibt in der bewohnbaren Zone

Damit steigt nach Einschätzung der Forscher die Wahrscheinlichkeit, dass „GJ 3378 b“ eine erdähnliche, also terrestrische Zusammensetzung haben könnte. Ganz sicher ist das aber nicht, weil der Planet nicht direkt beobachtet, sondern nur über die Bewegung seines Sterns nachgewiesen wurde.

Auch die Umlaufzeit des Planeten wurde neu bestimmt. Statt 24,73 Tagen braucht „GJ 3378 b“ nach der neuen Analyse nur 21,45 Tage für eine Sternumrundung. Trotz dieser engen Umlaufbahn liegt er laut der Studie weiterhin in der Zone, in der flüssiges Wasser grundsätzlich möglich sein könnte.

Bei Planeten, die sich in der sogenannten habitablen Zone um ihren Stern herum bewegen, steigt die Wahrscheinlichkeit auf lebensfreundliche Bedingungen. (Quelle: Nasa)

Der Grund dafür ist sein Stern: „GJ 3378“ ist sehr viel lichtschwächer als die Sonne. Der Planet erhält laut der Studie etwa 91 Prozent der Strahlungsmenge, die die Erde von der Sonne bekommt. Seine berechnete Gleichgewichtstemperatur liegt bei minus 1 Grad Celsius, wobei diese Rechnung eine Oberfläche ohne Rückstrahlung annimmt.

Winzige Bewegungen verraten den Planeten

Für die Untersuchung werteten die Forschenden Radialgeschwindigkeitsdaten mehrerer Instrumente aus. Die Methode beruht auf einem sehr kleinen Effekt: Wenn ein Planet seinen Stern umkreist, zieht seine Schwerkraft leicht an ihm. Dadurch bewegt sich der Stern minimal auf die Erde zu und wieder von ihr weg. Aus diesem Wackeln lassen sich Umlaufzeit und Mindestmasse des Planeten ableiten.

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