Gastronomie in der Krise
Hamburger Pizza-Kette Bolle ist insolvent – drei Standorte dicht
09.09.2026 – 04:38 UhrLesedauer: 1 Min.
Die Hamburger Pizza-Kette Bolle ist insolvent. Drei von vier Standorten in der Stadt sind bereits geschlossen.
Die Hamburger Pizza-Kette Bolle ist insolvent – drei ihrer vier Hamburger Standorte haben laut „Mopo“ bereits geschlossen. Das Amtsgericht Hamburg eröffnete demnach das Verfahren zum 1. September 2026.
Betroffen sind die Lokale in Ottensen, der Sternschanze und Hoheluft-Ost. Die beiden ersten musste Insolvenzverwalter Arno Doebert von der Kanzlei Reimer Rechtsanwälte zum Verfahrensbeginn schließen. Das Lokal in Hoheluft-Ost hatte bereits zuvor dichtgemacht – wegen zu geringer Umsätze und Personalengpässen. Einzig das Restaurant am Mühlenkamp bleibt geöffnet, weil es ein Franchisenehmer betreibt, den das Insolvenzverfahren nicht erfasst.
Insolvenzverwalter: Produktionskosten sind zu hoch
Doebert führt Gespräche mit möglichen Übernehmern für alle drei geschlossenen Standorte. Eine Fortführung unter dem Namen Bolle hält er für unwahrscheinlich, eine Weiterführung unter der bisherigen Leitung schloss er aus.
Als Ursache nennt Doebert zwei Faktoren: Die aufwendige Eigenproduktion habe hohe Kosten verursacht, die sich nicht auf die Preise umlegen ließen. Hinzu sei die ausgeprägte Konsumzurückhaltung gekommen, unter der viele Gastronomiebetriebe derzeit leiden.
Bolle startete im Sommer 2024 als Pop-up in einem umgebauten Schiffscontainer am Hamburger Fernsehturm. Gründer John Drewes, der zuvor in einer Werbeagentur arbeitete, baute das Konzept innerhalb von rund zwei Jahren zu einer Kette mit vier Hamburger Standorten und einer Filiale in Berlin aus. Das Sortiment basierte auf sogenannten Panuozzi – gefüllten Pizza-Sandwiches – und wurde später um klassische neapolitanische Pizzen erweitert.
