„Kratos“-Entwickler gefasst

BKA zerschlägt Phishing-Ring – das steckt hinter dem perfiden System

21.07.2026 – 11:59 UhrLesedauer: 2 Min.

Cyberkriminalität (Symbolbild): Die Ermittler haben 200 Server offline genommen. (Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-bilder)

Der kriminelle Phishing-Service „Kratos“ hat monatlich rund 15.000 Angriffe weltweit ermöglicht. Nun haben internationale Behörden die Infrastruktur außer Betrieb gesetzt.

Ermittler aus Deutschland und den USA haben gemeinsam die zentrale Infrastruktur eines der weltweit meistverbreiteten kriminellen Phishing-Services zerschlagen. Die Anzahl der Opfer, die aus mehr als 30 Ländern stammten, gehe seit Ende 2024 in die Hunderttausende, teilten das Bundeskriminalamt (BKA) und die bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ansässige Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) mit. Zudem seien durch den Schlag Angriffe auf Hunderttausende potenzielle Opfer weltweit abgewehrt worden.

Angriffe auf Hunderttausende potenzielle Opfer abgewehrt

Laut den Angaben wurde der Entwickler und technische Administrator des Phishing-Services namens „Kratos“ in Indonesien von den dortigen Behörden festgenommen. Zudem seien zentrale technische Komponenten abgeschaltet und die „Kratos“-Infrastruktur vollständig außer Betrieb gesetzt worden.

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„Wer im Internet mit gefälschten Webseiten Zugangsdaten stiehlt, darf sich nicht in Sicherheit wiegen. Der Erfolg gegen das Phishing-Kit Kratos zeigt, dass sich auch hochprofessionelle Phishing-Infrastrukturen wirksam bekämpfen lassen. Das ist Pionierarbeit und ein deutliches Signal an andere Cyberakteure“, betont Carsten Meywirth, Leiter der Abteilung Cybercrime im BKA.

Aber was genau ist „Kratos“?

Bei „Kratos“ handelte es sich den Angaben zufolge um einen von der gleichnamigen Gruppierung entwickelten digitalen Baukasten, mit dem sich insbesondere täuschend echte Microsoft-Authentifizierungs-Webseiten erstellen und verwalten ließen. „Die Webseiten wurden eingesetzt, um Zugangsdaten wie Passwörter und E-Mail-Adressen von Opfern durch gefälschte Abfragemasken zu stehlen (Phishing), mit denen dann weitere Straftaten begangen wurden“, erklärten die Ermittler.

Das Geschäftsmodell der „Kratos“-Gruppierung beruhte darauf, den digitalen Baukasten an andere Cyberkriminelle weiterzuvermieten, die dann wiederum die eigentlichen Phishing-Kampagnen durchführten. Dadurch hätten auch technisch weniger versierte Kriminelle agieren können.

Etwa 15.000 Phishing-Kampagnen monatlich mit „Kratos“

Laut den Angaben habe die Gruppe seit 2024 mehr als 300.000 Euro erwirtschaftet. „Über 1.800 kriminelle Franchisenehmer sollen ‚Kratos‘ erworben und damit monatlich rund 15.000 Phishing-Kampagnen durchgeführt haben. Dabei hatte jede einzelne Kampagne das Potenzial, mehrere tausend Empfänger weltweit zu schädigen“, hieß es. Mehr als 200 Server der Gruppe seien unschädlich gemacht worden.

Mit dem Schlag sei „erstmalig ein bedeutender Ermittlungserfolg“ gegen eine der weltweit gefährlichsten Phishing-as-a-Service-Gruppierungen gelungen, hieß es.

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