Erste Häuser geschlossen
Pflegekette Ambiente Care Süd meldet Insolvenz an
Aktualisiert am 07.04.2026 – 19:08 UhrLesedauer: 3 Min.
Rund 740 Mitarbeiter pflegen an sechs Standorten insgesamt 585 Bewohner. Doch der Betreiber der Pflegeheime steht aktuell vor großen Problemen.
Der Pflegeheimbetreiber Ambiente Care Süd ist insolvent. Die Kette habe beim Amtsgericht München Insolvenzantrag gestellt, teilte der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt Hubert Ampferl mit. Das Amtsgericht veröffentlichte eine entsprechende Bekanntmachung. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.
In mehreren Häusern war es zu Problemen gekommen. Vergangene Woche hatte das Unternehmen allerdings noch mitgeteilt: „Wir dementieren ausdrücklich die Gerüchte einer Insolvenz.“
Seitens des vorläufigen Insolvenzverwalters hieß es nun, Pflege- und Betreuungseinrichtungen sollten fortgeführt werden. Seinen Angaben zufolge beschäftigt die Ambiente Care Süd GmbH rund 740 Mitarbeiter. Die Gesellschaft betreibt demnach derzeit an sechs Standorten Seniorenresidenzen und Pflegeheime mit 585 Bewohnern.
Weitere sind bereits geschlossen, wie der vorläufige Insolvenzverwalter erläuterte. Dazu zählt ein Pflegeheim in Laatzen bei Hannover; es war vergangene Woche durch die Heimaufsicht geschlossen worden. Diese hatte den Betrieb des Pflegeheims bis auf weiteres untersagt, nachdem an einem Tag lediglich drei Pflegekräfte und einige Reinigungs- und Küchenkräfte zum Frühdienst erschienen waren. Die 59 Bewohnerinnen und Bewohner wurden auf andere Pflegeeinrichtungen verteilt.
Auch der einzige bayerische Standort in Gröbenzell bei München wurde geschlossen. Das zuständige Landratsamt Fürstenfeldbruck teilt dazu mit, der Träger habe dem Landratsamt mitgeteilt, die Einrichtung zum 1. April dieses Jahres zu schließen. Zuvor war demnach die letzte Bewohnerin aus dem Heim ausgezogen und der Betrieb somit faktisch eingestellt.
Im nordrhein-westfälischen Unna bei Dortmund ist eine drohende Schließung der Seniorenresidenz vorerst abgewendet, wie ein Sprecher des Kreises Unna mitteilte. Dort gab es Probleme mit der Auszahlung von Gehältern. Ein Teil der 42 Bewohner war demnach vor Ostern ausgezogen, über die Feiertage verließen weitere Personen die Residenz. Es wohnten dort jetzt noch 20 Menschen, für deren Betreuung weniger Personal gebraucht werde, schilderte der Kreis-Sprecher.
Das Heim in Velbert – ein zweiter Standort in NRW – und auch die Einrichtung Rotenburg in Niedersachsen wird das Unternehmen Rhemia Residenzen GmbH zum 1. Mai als neuer Betreiber übernehmen, wie dessen Geschäftsführer Michael Müller sagte. Beide Heime stehen nach seinen Angaben bereits seit Dienstag in Kontakt mit dem Insolvenzverwalter. Die Einrichtung in Velbert hat Platz für 80 Bewohnerinnen und Bewohner, in Rotenburg sind es Müller zufolge rund 110 Plätze.
Die Einrichtungen der Ambiente Care Süd sähen sich erheblichen branchenspezifischen Herausforderungen ausgesetzt, erläuterte der vorläufige Insolvenzverwalter die Schieflage. Zu schaffen machten dem Betreiber demnach gestiegene Sach- und Personalkosten, Fachkräftemangel sowie fortlaufende gesetzliche und regulatorische Veränderungen.
