Fünf Mythen im Check

Pflaster oder frische Luft bei Wunden?


Aktualisiert am 10.04.2026 – 07:43 UhrLesedauer: 4 Min.

Pflaster: Sie unterstützen die Wundheilung, da sie Keime und Bakterien von der Wunde fernhalten. (Quelle: Piyapong Thongcharoen/getty-images-bilder)

Wie heilen kleine Hautverletzungen am besten – mit Pflaster oder ohne? Fünf häufige Mythen rund um die Wundheilung unter der Lupe.

Ein Kratzer bei der Gartenarbeit, ein Schnitt beim Brotschneiden oder eine Schürfwunde beim Sport: Kleine Verletzungen passieren schnell. Nach ein paar Tagen heilen die Wunden meist komplikationslos von selbst ab. Der Körper verfügt über gute Reparaturmechanismen. Welche Pflege unterstützt die Wundheilung – und was schadet? Fünf Wund-Mythen im Check.

Hartnäckig hält sich der Mythos, dass kleine Wunden kein Pflaster benötigen. Und ja, kleine Verletzungen heilen auch an der Luft. Trotzdem empfehlen Dermatologen, ein Pflaster zu benutzen. Auch, wenn Pflaster oft umständlich und störend sind – beispielsweise an den Händen – erfüllen sie doch einen wichtigen Zweck: Sie schützen die Wunde vor Schmutz und Keimen, puffern Stöße ab und verhindern Reibung. Hinzu kommt: Trockene Wunden heilen schlechter. Ein feuchtes Milieu hingegen unterstützt die Wundheilung.

Nachdem die Wunde gereinigt und mit einem Wunddesinfektionsmittel desinfiziert ist und nicht mehr blutet, kann man ganz dünn eine antiseptische Wundcreme auftragen. Diese schützt und befeuchtet die Wunde, wirkt gegen Keime, unterstützt die Wundheilung und verhindert, dass das Pflaster an der Wunde anhaftet. Wichtig: Das Pflaster regelmäßig wechseln und im Rahmen der Wundversorgung auch die Wundcreme oder das Wundgel erneut anwenden. Dabei die Creme nicht zu dick auftragen, damit die Haut atmen kann und sich keine okklusive Schicht bildet, unter welcher die Haut aufweicht.

Tipp: Schnittwunden heilen besser, wenn die Wundränder eng aneinander liegen. Ein Pflaster ist hier eine gute Hilfe und schützt die Haut zugleich vor einem erneuten Einreißen.

Viele Menschen haben Sorge, dass Pflaster ein Keimrisiko darstellen und verzichten auf den Wundschutz. Bei einer sorgfältigen Wundpflege ist diese Sorge unbegründet. Im Gegenteil: Richtig angewendet senken Pflaster das Keimrisiko, statt es zu erhöhen. Sie bilden eine schützende Barriere vor Schmutz und Bakterien. Vor allem die Hände kommen mit vielen Oberflächen, Materialien und meist auch anderen Händen in Kontakt. Eine offene Wunde ist eine Eintrittspforte für Erreger – das Risiko für Infektionen steigt.

Share.
Exit mobile version