„Hände weg von der Wiesn“
So will ein Münchner die Oktoberfest-Tradition retten
12.05.2026 – 05:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Petition zum Erhalt der Wiesn sorgt in München für großen Zuspruch. Dahinter steckt die Sorge vor einem tiefgreifenden Wandel.
Die Sorge ist konkret: Werden die Vergabeverfahren für die Oktoberfest-Zelte auf eine EU-weite Ausschreibung umgestellt, könnten multinationale Konzerne auf die Theresienwiese drängen. „Und dann wird aus dem Fest der Herzen ein Fest des Kommerzes und der Gewinnmaximierung“, heißt es in der Petition „Rettet die Wiesn“, die der Münchner Armin Jumel Dienstagabend vergangener Woche auf Open-Petition gestartet hat.
Der Zuspruch hat den 55-Jährigen selbst überrascht. 500 Unterschriften hatte er sich erhofft, inzwischen sind es mehr als 3.300 (Stand: Dienstag, 12. Mai, 4.55 Uhr). „Egal, wo ich unterwegs bin, ich kriege nur positive Rückmeldungen“, wird der Münchner in einem Bericht der „tz“ zitiert. Jumel wirbt persönlich für sein Anliegen, im Gasthof zur Post in Aschheim, auf dem Frühlingsfest oder im Donisl. Viele böten ihm zudem konkrete Hilfe bei der Verbreitung an.
1.700 Kommentare haben sich auf der Petitionsseite angesammelt
Auch über die Landesgrenze hinaus soll die Petition Wirkung entfalten. Jumel plant ein Treffen mit Georg Mayrhofer, bekannt als „Wiesn-Schurli“, der seit 43 Jahren kein Oktoberfest ausgelassen hat. Der Niederösterreicher will künftig österreichische Wiesn-Fans mobilisieren. Stimmberechtigt sei schließlich jeder: „Eben jeder, der den Charakter der Wiesn erhalten will“, so Jumel.
Rund 1.700 Kommentare haben sich auf der Petitionsseite angesammelt, nachdem unter anderem Christian Schottenhamel den Link früh auf Instagram geteilt hatte. Unter den Kommentatoren findet sich auch Sabrina Stadtmüller, Frau von Fischer-Vroni-Wirt Hans Stadtmüller: „Ich bin durch und durch Wiesn-Kind und die Wiesn muss ihre Tradition behalten.“ Namen weiterer Wirte und Stadträte tauchen ebenfalls in der Kommentarspalte auf.
Was die Unterzeichner umtreibt, ist dabei alles andere als einheitlich: Ein Münchner schreibt, es sei für ihn als Wiesn-Bedienung eine Ehre, unter Münchner Brauereien arbeiten zu dürfen. Ein anderer Kommentator plädiert dafür, das Fest zum Weltkulturerbe zu erklären: „Ein bayerischer Prinz hat dieses Fest begründet und wir Münchner haben es zu dem Großereignis gemacht, das es heute ist.“ Und Jumel selbst fasst den Kern des Anliegens in der Petition so zusammen: „Hände weg von der Wiesn – sie gehört uns und unseren Gästen aus aller Welt.“
