China enthüllt neuen Autoplan

Jetzt kommt die wahre Bedrohung für VW und BMW

Eine Analyse von t-online, mab

17.09.2026 – 09:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Verordnete Marktbereinigung: Pekings neuer Kurs bricht mit dem reinen Mengenrausch und erzwingt Fusionen. Übrig bleiben wenige schlagkräftige Autogiganten. (Quelle: MagicBones/getty-images-bilder)

Chinas Elektroautoindustrie ist schneller als geplant gewachsen. Nun korrigiert Peking den Kurs. Ein Grund zur Beruhigung? Ganz im Gegenteil.

Jahrelang hat die chinesische Führung den Aufbau einer konkurrenzfähigen Elektroautoindustrie vorangetrieben – mit großem Erfolg. Nun legt Peking die Ziele für die nächste Phase fest. Der neue Entwicklungsplan gilt für den Zeitraum von 2026 bis 2030 und rückt Konsolidierung, Qualität und Marktordnung in den Vordergrund.

Damit markiert das vom Industrieministerium MIIT und acht weiteren Behörden veröffentlichte Programm einen Kurswechsel. Nach Jahren, in denen schnelles Wachstum Vorrang hatte, soll der Markt nun stabiler, effizienter und international wettbewerbsfähiger werden.

Warum Peking den Kurs korrigiert

Der Kurswechsel hat einen einfachen Hintergrund: Der Hochlauf der Elektromobilität hat frühere staatliche Planungen längst überholt. So hatte der Vorgängerplan für das Jahr 2025 einen Anteil von rund 20 Prozent für New Energy Vehicles angepeilt. Tatsächlich wuchs der Markt jedoch deutlich schneller. Das zeigt sich auch im aktuellen Jahr: Im August erreichte der Elektro-Anteil im chinesischen Pkw-Einzelhandel bereits 65,2 Prozent.

Verordnete Verschlankung: China hat etwa 150 Autohersteller. Viele werden den neuen Kurs der Regierung nicht überleben. (Quelle: IMAGO/JPix)

Dieses schnelle Wachstum brachte jedoch auch strukturelle Probleme mit sich. Auf dem heimischen Markt konkurrieren zahlreiche Hersteller und Marken miteinander. Sie setzen auf kurze Modellzyklen, ähnliche Fahrzeugkonzepte und teils aggressive Preisnachlässe. Peking versucht bereits seit einiger Zeit, den ruinösen Preiswettbewerb einzudämmen. Der neue Plan macht diese Absicht zum offiziellen Bestandteil der Industriepolitik.

Konsolidierung statt neuer Überkapazitäten

Um den Markt zu stabilisieren, setzt Peking auf Marktbereinigung, Kapazitätskontrolle und eine strengere Aufsicht.

  • Unternehmenszusammenschlüsse, Restrukturierungen und überregionale Konsolidierungen sollen gefördert werden. Das Ziel besteht darin, ineffiziente Kapazitäten abzubauen und die Auslastung der Branche zu verbessern.
  • Neue Überkapazitäten bei der Fahrzeug- und Batterieproduktion werden strenger überwacht. Der Plan sieht schärfere Regeln für neue Hersteller und Produktionsprojekte vor.
  • Die Behörden wollen härter gegen unfairen Wettbewerb, problematische Preispraktiken und unzulässige lokale Subventionen vorgehen.

Dennoch bleiben der Export und die globale Präsenz chinesischer Marken zentrale Ziele. China möchte seine Stellung in den internationalen Automobilstandards ausbauen und mehrere chinesische Hersteller in die globale Spitzengruppe der Autokonzerne bringen.

Die Zielmarken bis 2030

Trotz der Konsolidierung bleibt die Elektromobilität der Kern der Industriestrategie. Bis 2030 gelten konkrete Vorgaben für die Neuwagenverkäufe: Sogenannte New Energy Vehicles (NEV), also vor allem reine Elektroautos und Plug-in-Hybride, sollen 70 Prozent der Pkw-Neuwagenverkäufe ausmachen. Bei Nutzfahrzeugen zielt der Plan auf einen NEV-Anteil von 40 Prozent der Neuwagenverkäufe ab.

Hinzu kommen Effizienzziele für das Jahr 2030: Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch von Pkw mit Verbrennungsmotor soll bei rund 3,3 Litern je 100 Kilometer liegen. Bei reinen Elektro-Pkw liegt das Ziel bei einem Stromverbrauch von etwa 11,5 kWh je 100 Kilometer.

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