Hohe Verdunstung
Hitze lässt Pegel des Gardasees sinken
Aktualisiert am 25.06.2026 – 20:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Italien ächzt unter der Hitze. Der größte See des Landes auch. Er verliert wöchentlich zehn Zentimeter an Pegelstand.
Die anhaltende Hitze macht dem Gardasee zunehmend zu schaffen. Innerhalb einer Woche ist der Wasserstand des größten italienischen Sees um fast zehn Zentimeter gesunken. Am offiziellen Pegel in Peschiera del Garda lag der Wert damit erstmals in diesem Jahr unter der Marke von einem Meter, wie die italienische Tageszeitung „L’Arena“ berichtet.
Noch ist die Lage nicht mit der extremen Trockenheit im Frühjahr 2023 vergleichbar, als der Pegel zeitweise nur noch 45 Zentimeter betrug. Auch vom historischen Tiefstand im September 2007 mit lediglich sieben Zentimetern ist der Gardasee derzeit weit entfernt, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter. Dennoch gelte der aktuelle Rückgang angesichts der erwarteten weiteren Hitzetage als Warnsignal.
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Landwirtschaft braucht Gardasee-Wasser
Grund für den sinkenden Wasserstand seien mehrere Faktoren: Seit Tagen scheint die Sonne nahezu ununterbrochen, die Temperaturen erreichen am Nachmittag rund 35 Grad. Dadurch verdunstet besonders viel Wasser. An sehr heißen Sommertagen können demnach bis zu zwei Zentimeter Wasser pro Tag vom See verdunsten. Bei einer Fläche von rund 370 Quadratkilometern entspricht das umgerechnet mehreren Milliarden Litern Wasser täglich.
Hinzukommt, dass derzeit vergleichsweise wenig Wasser aus dem Fluss Sarca in den Gardasee fließt. Gleichzeitig wird mehr Wasser über den Mincio abgegeben – unter anderem, um landwirtschaftliche Flächen in der Region zu bewässern. Wegen der Trockenheit und der großen Hitze ist der Wasserbedarf dort besonders hoch.
Meteorologen rechnen damit, dass sich die Lage weiter verschärfen könnte. Für die kommenden Tage wird eine erneute Zunahme der Hitze erwartet. In Verona und Umgebung könnten die Temperaturen am Wochenende und zu Wochenbeginn auf bis zu 38 Grad steigen. Auch Anfang Juli soll die Hitzewelle voraussichtlich anhalten.
„Es handelt sich eindeutig um außergewöhnliche Temperaturen“, schreibt „L’Arena“. Noch vor zwanzig Jahren seien solche Werte im Juni vielleicht einmal in dreißig Jahren erreicht worden – und dann höchstens an ein oder zwei Tagen im gesamten Sommer. „Heute sind sie nahezu zur Normalität geworden.“
Leser wittern „Alarmismus“
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