Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff
„Wir sind nicht nur Schlagzeilen“ – Passagier bricht in Tränen aus
Aktualisiert am 06.05.2026 – 04:16 UhrLesedauer: 3 Min.
Drei Tote, mehrere Erkrankte: Auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ grassiert das Hantavirus. Nun gibt es einen Rettungsplan für die rund 150 Menschen an Bord.
Auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff im Atlantik sind drei Menschen gestorben, weitere sind krank. Der mutmaßliche Auslöser ist das Hantavirus. Das Schiff „Hondius“ mit insgesamt knapp 150 Menschen an Bord war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit vor Kap Verde.
Nun gibt es positive Nachrichten für die Menschen an Bord: Spanien hat „Hondius“ das Anlaufen eines Hafens auf den Kanarischen Inseln erlaubt. Diese Entscheidung sei in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU gemäß internationalem Recht und humanitären Prinzipien getroffen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit.
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) untersuche das Schiff eingehend, um festzustellen, welche Personen dringend von Kap Verde aus evakuiert werden müssten, teilte das Ministerium weiter mit. Die übrigen Passagiere werden mit dem Kreuzfahrtschiff demnach zu den Kanarischen Inseln fahren, wo sie voraussichtlich innerhalb von drei bis vier Tagen eintreffen werden.
Die Passagiere auf dem Schiff dürfte dies erleichtern – unter ihnen ist auch der US-Reiseblogger Jake Rosmarin. Am Montag hatte er sich mit einer emotionalen Videobotschaft an die Öffentlichkeit gewandt. „Ich bin derzeit an Bord der MV ‚Hondius‘ – und das, was gerade passiert, ist für uns alle hier sehr real“, erklärte er mit Tränen in den Augen und sichtlich aufgewühlt. „Wir sind nicht nur eine Geschichte, wir sind nicht nur Schlagzeilen. Wir sind Menschen. Menschen mit Familien, mit Leben, mit Leuten, die zu Hause auf uns warten.“
Rosmarin beschrieb vor allem die Ungewissheit als belastend: „Es gibt viel Unsicherheit, und das ist das Schwierigste.“ Sein größter Wunsch sei klar: „Alles, was wir im Moment wollen, ist, uns sicher zu fühlen, Klarheit zu haben und nach Hause zu kommen.“
In späteren Beiträgen auf seinem Profil zeigt sich Rosmarin schließlich gefasster. Es sei „nicht einfach“ gewesen, sich zu äußern, er komme aber zurecht. Er habe etwas Zeit gebraucht, „um meine Gefühle zu ordnen, und ich wollte niemanden beunruhigen“. Er bedankte sich ausdrücklich bei der Crew: „Ich bin sehr dankbar.“ Trotz der Lage gebe es Hoffnung: „Es gibt noch einige Unsicherheiten, aber es ist beruhigend zu wissen, dass es einen Plan gibt, und ich hoffe, bald mehr Updates teilen zu können.“










