Studie liefert erste Hinweise
Neues mögliches Frühsymptom für Parkinson identifiziert
24.02.2026 – 11:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Mehr als 300.000 Menschen in Deutschland leben mit Parkinson. Oft erkennen Ärzte die Krankheit erst spät. Nun zeigen neue Daten: Ein Blick ins Haar könnte künftig helfen.
Die Parkinsonkrankheit diagnostizieren Ärzte vor allem anhand typischer Beschwerden wie Zittern, verlangsamten Bewegungen oder Muskelsteifigkeit. Ein eindeutiger Labortest existiert bislang nicht. Ein Forschungsteam aus China bringt nun eine Haaranalyse als möglichen Biomarker ins Spiel.
Die Wissenschaftler um Ming Li von der Hebei University analysierten Haarproben von 60 Patienten mit Morbus Parkinson sowie von 60 gesunden, altersgleichen Kontrollpersonen. Das Durchschnittsalter lag bei 70 Jahren. Die Studie erschien im Fachjournal „iScience“.
Die Forscher bestimmten die Konzentrationen mehrerer Metalle im Haar: Eisen, Kupfer, Mangan, Zink und Arsen. Dabei zeigte sich ein klares Muster. Menschen mit Parkinson wiesen deutlich niedrigere Werte von Eisen und Kupfer im Haar auf. Gleichzeitig fanden die Wissenschaftler erhöhte Mengen an Mangan und Arsen. Die Zinkwerte unterschieden sich zwischen beiden Gruppen kaum.
Besonders auffällig: Die Kombination dieser vier Metalle – Eisen, Kupfer, Mangan und Arsen – erlaubte es dem Team nach eigenen Angaben, Parkinson mit einer diagnostischen Treffsicherheit von 90 Prozent von gesunden Personen zu unterscheiden. Die Metallwerte blieben dabei unabhängig von Krankheitsdauer oder Schwere der Symptome.
Haare speichern über Wochen bis Monate hinweg Metalle, welche die Menschen über Nahrung oder Umwelt aufnehmen. Anders als Blut oder Urin liefern sie damit eine Art Langzeitprotokoll. Die Forscher sehen darin einen Vorteil für die Diagnostik.
Um die Zusammenhänge besser zu verstehen, untersuchte das Team zusätzlich Mäuse mit einer Parkinson-ähnlichen Erkrankung. Auch diese Tiere zeigten niedrigere Eisenwerte im Haar.
Die Forscher stellten bei den Mäusen eine geschädigte Darmbarriere fest. Außerdem regulierte der Körper Gene herunter, die normalerweise die Eisenaufnahme im Darm steuern. Gleichzeitig steigerten Darmbakterien ihre Aktivität in Genen, die der eigenen Eisenaufnahme dienen.











