Erwachsene plündern und pöbeln
Beliebte Oster-Tradition abgesagt
22.03.2026 – 09:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Freiwillige Helfer verstecken 8.000 Eier und Schokohasen. Frühmorgens kommen Erwachsene und plündern, schleppen ganze Kartons weg. Jetzt reicht es den Ehrenamtlichen.
Im Ruhrgebiet findet eine beliebte Ostertradition ihr Ende: Nachdem es im vergangenen Jahr Berichten zufolge zu würdelosen Szenen gekommen ist, bläst der DRK-Kreisverband Wattenscheid dieses Jahr die traditionelle Ostersuche im Stadtgarten ab. Erwachsene Eierdiebe hatten DRK-Sprecher Christian Lange zufolge 2025 bereits vor dem offiziellen Start der Suche so viele Eier geplündert, dass für die Familien am Ostersamstag ab 11 Uhr kaum noch etwas übrig geblieben sei.
„Einige haben den Hals einfach nicht voll bekommen“, sagte DRK-Sprecher Lange der „Bild“-Zeitung. „Mir sind Erwachsene ohne Kinder aus dem Park entgegengekommen, mit einem ganzen Korb oder Karton voller Eier.“ Teilweise hätten die Erwachsenen schon auf ihrer morgendlichen Gassirunde eingesteckt, was ging.
Bereits direkt nach der Suche 2025 hatte der DRK-Kreisverband „schamloses Verhalten“ beklagt und die Eierdiebe „absolut respektlos“ genannt. Damals hatten die Helfer allerdings noch überlegt, als Konsequenz die Fläche bei der Suche 2026 lediglich zu verkleinern.
Das ist jetzt vom Tisch, die Veranstaltung fällt ganz aus: Da das DRK kein Hausrecht im Stadtgarten habe, dürfe man die Zugänge bis zum Start der Suche nicht absperren, erklärte der DRK dem WDR. Und für mehr Kontrolle wäre zusätzliches Personal nötig gewesen. Viele ehrenamtliche Helfer hätten nach den Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr aber schlichtweg keine Lust mehr, zitiere das Onlineportal „Lokalkompass“ DRK-Wattenscheid-Präsident Thorsten Junker.
Denn nachdem Kinder im vergangenen Jahr nur noch wenig von den versteckten rund 8.000 gefärbten Eiern und Schokohasen finden konnten, seien mehrere Ehrenamtliche regelrecht von Eltern angepöbelt worden. „Unsere Ehrenamtlichen engagieren sich in ihrer Freizeit, um Kindern einen schönen Vormittag zu ermöglichen“, sagte Junker. „Wenn sie dann für Situationen verantwortlich gemacht und sogar verbal angegangen werden, die durch das Verhalten anderer Erwachsener entstehen, ist eine Grenze überschritten.“
Man bedauere die Absage der Veranstaltung, die in den Jahren zuvor zu einer kleinen Tradition geworden war. Aber es gehe einfach nicht anders.
