Der Diplom-Meteorologe Dominik Jung sieht das ähnlich. „Ein Sommertag mit mindestens 25 Grad ist nach derzeitigem Stand durchaus wahrscheinlich“, meint er. Die größten Chancen darauf hätten der Südwesten und der Süden Deutschlands, am besten seien die Aussichten im Oberrheingraben und in Teilen Baden-Württembergs und Bayerns. Aber auch in mittleren Landesteilen könnten lokal 25 Grad erreicht werden – „wenn sich das Hoch voll durchgesetzt hat und sehr milde Luft aus Südwesten herangeführt wird.“

Der Sprung von der letzten Frostnacht zum ersten Sommertag könnte innerhalb von wenigen Stunden erfolgen. Jung betont, dass es vor allem im Süden in den Nächten bis Ostern noch einmal knapp unter 0 Grad gehen kann, begünstigt durch klare Nächte und trockene Luft unter Hochdruckeinfluss: „Sollte sich der Sommertag wie erwartet einstellen, läge der Abstand zwischen Frost und 25 Grad teils nur bei etwa 36 bis 72 Stunden“, schreibt Jung.

Die rasche Erwärmung sei aber für ein mitteleuropäisches Frühjahr in Mitteleuropa nicht ungewöhnlich. Im April seien große Temperaturgegensätze typisch.

So sieht das auch Jürgen Schmidt: „Für die Jahreszeit ganz normal“, schreibt er über den erwarteten Temperaturanstieg. In Nordeuropa liege weiterhin viel polare Kaltluft bereit, die jederzeit mit den richtigen Winden nach Deutschland gelangen könne. Währenddessen werde die Luft in Südeuropa immer wärmer, sodass die Temperaturen in Deutschland bei einer Änderung der Wetterlage rapide steigen. Verstärkt werde diese Entwicklung noch durch die bereits kräftige Frühjahrs-Sonneneinstrahlung in Deutschland, ergänzt Jung.

Sowohl Jung als auch Schmidt rechnen damit, dass die Temperaturen nach der Hochphase in der Mitte der kommenden Woche wieder sinken. Derzeit sei ein kurzer Höhepunkt mit sehr hohen Temperaturen wahrscheinlich, auf den wieder wechselhafteres Wetter folge, meint Jung: „Das Temperaturniveau dürfte dennoch insgesamt über dem jahreszeitlichen Durchschnitt bleiben.“

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