Drei Monate nach Crans-Montana

„Ein Rennen in einem erschöpften Körper“: Überlebende gibt Einblick


30.03.2026 – 16:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Mélanie Van de Velde: Die junge Mutter überlebte das Feuer in Crans-Montana. (Quelle: Facebook.com/Mélanie Van de Velde)

Bei dem Feuer in der Schweizer Bar „Le Constellation“ sterben in der Silvesternacht 41 Menschen, 115 weitere werden teils schwer verletzt. Eine der Überlebenden ist Mélanie Van de Velde. Was sie jetzt durchlebt.

„Ich habe den Tod gesehen“ – mit diesen Worten hat sich Mélanie Van de Velde, eines der Opfer von Crans-Montana, am Sonntag in einem Facebook-Beitrag an die Öffentlichkeit gewendet. Van de Velde überlebte die verheerende Brandkatastrophe in der Silvesternacht im Schweizer Skiort Crans-Montana. Auf Facebook teilte sie in den vergangenen Monaten immer wieder Einblicke in das Leben nach dem Inferno. Knapp drei Monate nach dem Feuer findet sie erneut deutliche Worte und teilte den Stand ihrer Genesung.

„Eine Minute und 30 Sekunden. So lange dauerte es, bis die Flammen versuchten, mich zu töten. Bis mein Körper ins Wanken geriet. Bis nichts mehr wie zuvor sein würde“, führte Van de Velde aus. Sie habe geglaubt, sterben zu müssen. „Und doch, bin ich hier.“ Sie sei zwar nicht unversehrt geblieben, aber immerhin am Leben, erklärte die Mutter einer Tochter.

Nachdem sie in den ersten Wochen des Jahres starke Verbrennungen und infolgedessen mehrere Translationen und Operationen hinter sich gebracht hatte, seien die vergangenen Wochen von „Rekonstruktion“, von einem Wiederaufbau geprägt gewesen. Immer wieder gebe es Nächte, in denen die Mutter wegen zu starker Schmerzen nicht schlafen könne.

Gleichzeitig müsse sie immer noch täglich Verbände wechseln und ihren Körper neu kennenlernen, so Van de Velde weiter. Denn zu ihrem Körper gehören nun auch Orthesen. Das sind laut der Gelenk-Klinik Gundelfingen medizinische Hilfsmittel, die zur Unterstützung, Stabilisierung, Ausrichtung oder der Korrektur von Körperteilen genutzt werden.

Van de Velde müsse davon gleich mehrere nutzen, erklärte sie in ihrem Facebook-Beitrag. „Eine für jeden Arm. Drei verschiedene für mein rechtes Handgelenk, jede für eine spezifische Bewegung.“ Hinzu kämen Kompressionsmasken für das Gesicht. Aber auch viele Termine bei der Physiotherapie, der Ergotherapie, dem Orthopäden und dem Psychologen. Resigniert stellte sie fest: „Es ist ein Rennen in einem erschöpften Körper.“

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