„Im Grunde eine Schande“
Olympia-Heldin Laura Nolte mit eindringlichem Appell
Aktualisiert am 25.02.2026 – 07:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Gold gewonnen – und trotzdem Sorgen: Bob-Olympiasiegerin Laura Nolte warnt vor Problemen im deutschen Wintersport. Ohne Sponsoren könne es schwierig werden, die Weltspitze zu halten.
Olympiasiegerin Laura Nolte hat nach ihren Erfolgen in Cortina d’Ampezzo einen eindringlichen Appell veröffentlicht: Der deutsche Bobsport stehe finanziell stark unter Druck – und sei ohne Sponsoren langfristig gefährdet.
In einer Kolumne in der „Bild“ schildert die 27-Jährige, wie groß die Belastung für die Athleten abseits der Olympia-Bühne sei. Viele Sportler müssten „buchstäblich Klinken putzen“, um ihre Karriere zu finanzieren.
Im Bobsport entstünden hohe Kosten: Anschieberinnen müssten bezahlt werden, dazu kämen Ausgaben für Transporter, Hotels und Material wie Kufen. „Das allein verschlingt im Jahr locker mehr als 50.000 Euro“, schreibt Nolte. Sie sei ihren Sponsoren „unendlich dankbar“, denn deren Unterstützung sei „wirklich nicht selbstverständlich“.
Zugleich kritisierte Nolte die geringe mediale Sichtbarkeit ihrer Sportart. Zwar würden ARD und ZDF während der Olympischen Spiele jede Minute übertragen, in den Jahren dazwischen seien viele olympische Disziplinen jedoch, wenn überhaupt, nur im Livestream zu sehen. „Wir Bobsportler sind mit Abstand der erfolgreichste Medaillengarant, haben aber kaum TV-Präsenz und sind daher auf beinahe selbstlose Sponsoren angewiesen. Das ist im Grunde eine Schande“, schreibt sie.
Möglicherweise sei es eine Frage der Zeit, bis es auch in diesem „wunderbaren Sport“ schwierig werde, die Weltspitze zu halten. „Denn neben all dem harten Training ist es auch eine Menge Idealismus, die den Bob am Laufen hält.“
Seit vier Jahren gilt Nolte als dominierende Pilotin im Zweierbob. Seit ihrem Durchbruch in Peking 2022 gewann sie im Zweier viermal den Gesamtweltcup und einen WM-Titel. In der laufenden Saison entschied sie fünf von sieben Weltcup-Rennen für sich.
In Italien gewann Nolte Gold im Zweierbob mit Deborah Levi sowie Silber im Monobob. Eigentlich habe sie nach den Spielen aufhören wollen. „Ich glaube, das haben wir uns jetzt beide so ein bisschen anders überlegt. Es macht einfach noch super viel Spaß“, sagte sie nach den Olympischen Spielen. Ein mögliches Ziel seien die Olympischen Winterspiele 2030 in La Plagne – einem Ort mit besonderer Bedeutung: Dort feierte das Duo einst seinen ersten Weltcupsieg.









