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Warum wir ohne Hämorrhoiden im Alltag ein großes Problem hätten


23.08.2026 – 07:21 UhrLesedauer: 4 Min.

Ein Mann fasst sich an den Po: Hämorrhoiden sind maßgeblich daran beteiligt, dass kein Stuhl unkontrolliert aus dem Darm austritt. (Quelle: ljubaphoto/getty-images-bilder)

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden. Die Gefäßpolster sind unverzichtbar, denn sie helfen beim Abdichten des Afters. Beschwerden entstehen dann, wenn sie größer werden.

Hämorrhoiden gelten oft als peinlich. Statt diese gut durchbluteten Gefäßpolster zu tabuisieren, können Menschen jedoch dankbar für sie sein. Sie unterstützen den Schließmuskel und tragen dazu bei, dass nicht unbemerkt Stuhl oder Gase austreten. Erst vergrößerte Hämorrhoiden verursachen Probleme. Nachfolgend erfahren Sie, was die Hämorrhoiden schont und einem Hämorrhoidalleiden entgegenwirkt.

Hämorrhoiden sind Teil der normalen Anatomie

Die ringförmigen Gefäßpolster sitzen im Bereich des Enddarms, wo sie mit dem inneren und dem äußeren Schließmuskel ein unverzichtbares Team bilden: Gemeinsam füllen sie den Analkanal weitgehend aus, verschließen den After und passen sich für die Feinkontinenz an verschiedene Gegebenheiten an. Dadurch wird es etwa möglich, zu pupsen, ohne dass gleichzeitig Stuhl abgeht.

Aufgabe der Hämorrhoiden beim Stuhlgang

Für den Stuhlgang lockert sich der dichte Verschluss des Afters: Wird der Reflex zum Stuhlgang ausgelöst, entspannt sich der Beckenboden und sinkt leicht ab. Auch der innere Schließmuskel entspannt sich. Durch das Nachlassen der Muskelspannung fließt das Blut aus den Hämorrhoiden für einige Augenblicke ab. Die Gefäßpolster schrumpfen und der Analkanal wird frei.

Jetzt kann die Muskulatur des Enddarms den Stuhl in Richtung Ausgang schieben. Entspannt sich nun auch der äußere Schließmuskel, kann der Stuhl ausgeschieden werden. Sobald der Stuhlgang beendet ist, spannen sich die Schließmuskeln wieder an. Das Blut strömt zurück und die Hämorrhoiden schwellen wieder an. Der Darmkanal ist wieder verschlossen.

Wie Verstopfung Hämorrhoiden belastet

Der Stuhlgang funktioniert nur dann gut, wenn alle Mitspieler des Schließapparates, auch Kontinenzorgan genannt, zusammenarbeiten. Zum Schließapparat gehören der Enddarm mit dem Analkanal, die Schließmuskeln und die Hämorrhoiden. Eingebettet ist das Kontinenzorgan in die Muskulatur des Beckenbodens. Verstopfung, harter Stuhl und Pressen auf der Toilette sind eine Herausforderung für das Kontinenzorgan einschließlich der Hämorrhoiden.

Vermutlich trägt wiederholt erhöhter Druck im Analbereich durch Verstopfung, Pressen oder langes Sitzen auf der Toilette dazu bei, dass sich das stützende Gewebe im Laufe der Zeit verändert. Häufiger Durchfall, Übergewicht sowie Schwangerschaft und Geburt gelten als weitere mögliche Einflussfaktoren. Eine familiäre Veranlagung kann ebenfalls eine Rolle spielen. Bereits vergrößerte Hämorrhoiden werden meist nicht von selbst wieder kleiner.

Woran vergrößerte Hämorrhoiden erkennen?

Ärztinnen und Ärzte sprechen von einem Hämorrhoidalleiden, wenn Beschwerden aufgrund vergrößerter Hämorrhoiden entstehen. Das Hauptsymptom sind schmerzlose, größtenteils hellrote Blutungen während oder kurz nach dem Stuhlgang. Diese können entstehen, wenn fester Stuhl oder starkes Pressen die dünnen Gefäßwände der Hämorrhoiden beschädigt.

Weitere mögliche Beschwerden sind Juckreiz, Brennen, Nässen, ein Druck- oder Fremdkörpergefühl sowie das Gefühl einer unvollständigen Entleerung. Gelegentlich können kleine Mengen Schleim oder Stuhl ungewollt abgehen. Im fortgeschrittenen Stadium können vergrößerte Hämorrhoiden aus dem After heraustreten und als weiche Knoten sichtbar sein. Dies wird als Hämorrhoidenvorfall oder Hämorrhoidalprolaps bezeichnet.

Wichtig zu wissen: Auch Analfissuren, Darmentzündungen, Polypen oder Darmkrebs können Blutungen auslösen. Blutungen sind ein Warnsignal und sollten daher immer ärztlich abgeklärt werden.

Hämorrhoiden entlasten: Sieben Tipps

Die folgenden sieben Tipps tragen dazu bei, den Stuhlgang zu erleichtern und die Hämorrhoiden zu entlasten:

  1. Ballaststoffreich essen: Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen machen den Stuhl voluminöser und können die Darmentleerung erleichtern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag. Wer bislang ballaststoffarm gegessen hat, sollte die Ballaststoffmenge langsam steigern, um den Darm daran zu gewöhnen.
  2. Flohsamenschalen ausprobieren: Die pflanzlichen Quellstoffe binden Wasser und bilden eine schleimige Masse. Diese vergrößert das Stuhlvolumen und macht den Stuhl weicher und gleitfähiger. Das kann die Darmentleerung erleichtern und die Hämorrhoiden schonen. Wichtig: Flohsamenschalen immer mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen und die Menge langsam steigern. Bei bestehenden Darmerkrankungen die Einnahme mit einem Arzt oder einer Ärztin besprechen.
  3. Ausreichend trinken: Wasser und ungesüßte Getränke unterstützen eine weiche Stuhlkonsistenz. Für gesunde Erwachsene nennt die DGE eine tägliche Trinkmenge von 1,5 Litern als Orientierung. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen sollten Betroffene die Flüssigkeitszufuhr ärztlich abstimmen.
  4. Genügend bewegen: Regelmäßige Bewegung kann die Darmtätigkeit unterstützen. Hochleistungssport ist nicht erforderlich. Spaziergänge, Radfahren oder leichte Gymnastik eignen sich meist gut.
  5. Den Stuhlgang nicht unterdrücken: Wer den Toilettengang regelmäßig hinauszögert, kann eine Verstopfung begünstigen. Besser ist es, bei deutlichem Stuhldrang zeitnah zur Toilette zu gehen.
  6. Nicht pressen: Starkes Pressen erhöht den Druck auf die Gefäßpolster. Ein Toilettenhocker kann den Stuhlgang unterstützen. Die Sitzhaltung mit leicht erhöhten Beinen erleichtert das Entspannen der Muskulatur und damit die Darmentleerung.
  7. Nicht zu lange auf der Toilette sitzen: Bei Verstopfung braucht der Darm etwas Zeit. Zu lange sollten Betroffene aber nicht auf dem Klo sitzen. Wenn nach etwa fünf bis zehn Minuten kein Stuhldrang einsetzt, ist es besser, den Toilettengang zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu versuchen.
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