SWR-Triell zur Landtagswahl

Özdemir verteidigt CDU-Mann Hagel nach Sexismus-Vorwurf


Aktualisiert am 25.02.2026 – 00:46 UhrLesedauer: 4 Min.

Cem Özdemir (Grüne) nimmt beim SWR-Triell teil. Am 8. März wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. (Quelle: Bernd Weißbrod/dpa/dpa-bilder)

Im Wahlkampfendspurt löst ein Video aus 2018 Wirbel aus: CDU-Mann Hagel spricht darin über eine Schülerin – und bekommt scharfe Kritik von den Grünen. Deren Spitzenkandidat hat sich nun live im TV geäußert.

Keine zwei Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat ein Video mit einer Aussage über eine Schülerin CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel in die Kritik gebracht und zu Sexismusvorwürfen geführt. Der Politiker wies beim SWR-Triell am Dienstagabend darauf hin, dass der Clip acht Jahre alt sei und er heute so nicht mehr reden würde. Sein Kontrahent von den Grünen, Cem Özdemir, nahm Hagel am Abend in der Live-Sendung gegen Kritik in Schutz.

Die Grünen-Politikerin und Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer aus Karlsruhe hatte auf X ein Video gepostet, in dem der Ausschnitt eines Interviews mit Hagel zu sehen ist. Das Gespräch war im Frühjahr 2018 auf YouTube veröffentlicht worden. Zunächst hatten mehrere Medien berichtet.

Der Clip zeigt Hagel bei einem Interview in einer Ulmer Gaststätte für die Regio-TV-Sendung „Auf ein Bier mit“. Er war damals 29 Jahre alt, Landtagsabgeordneter und Generalsekretär der CDU. Hagel berichtet in der Szene von einem Besuch an einer Realschule. In der Klasse hätten damals 80 Prozent Mädchen gesessen. „Also da gibt’s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen“, sagt Hagel. Dann geht er auf eine Schülerin näher ein, die die erste Frage gestellt habe: „Ich werd’s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.“

Die Grünen-Politikerin Mayer postete den Clip und kritisierte: „Was meint ein erwachsener Mann damit, dass es ein besonders schöner Termin ist, wenn er in einem Klassenzimmer mit maximal 16-Jährigen sitzt?“ Mayer fragt auch, warum es um das Aussehen eines minderjährigen Mädchens gehen müsse, wenn doch ihre Frage im Mittelpunkt stehe, und was das für ein Signal an Mädchen und junge Frauen sende, die sich in der Politik engagieren wollten.

Share.
Exit mobile version