Milliarden Fässer aufgebraucht

Weltweite Ölreserven fallen auf besorgniserregenden Stand


19.06.2026 – 16:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO): Die Preise für fossile Energie waren zuletzt extrem volatil. (Quelle: Marijan Murat/dpa/dpa-bilder)

Die weltweiten Ölreserven sind im Iran-Krieg stark geschrumpft. Jetzt stehen die Zeichen im Nahen Osten zwar auf Entspannung, doch die Versorgung bleibt weiter gestört.

Die Welt hat im Iran-Krieg rund 1,15 Milliarden Barrel Öl aus vorhandenen Beständen verbraucht, ohne den Rohstoff mit Lieferungen aus der Golfregion zu ersetzen. Das geht aus Schätzungen des Analyseunternehmens Kpler hervor. Zugleich sind die Lagerbestände vieler Industriestaaten stark gesunken.

Grund dafür ist die monatelange Blockade der Straße von Hormus, eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Ölhandel. Die USA und der Iran haben zuletzt ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das auch eine Öffnung der Passage vorsieht. Doch die Umsetzung wackelt. Wegen neuer Gefechte zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon drohte das iranische Regime erneut mit der Schließung. Die Durchfahrten durch die Meerenge hatten in den vergangenen Tagen zugenommen.

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Reserven sinken auf Tiefstände

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) fielen die Ölvorräte in den OECD-Staaten im Mai auf den niedrigsten Stand seit 1990. Die erfassten weltweiten Lagerbestände sanken demnach infolge des Iran-Kriegs bis zum 12. Juni um 252 Millionen Barrel. Allein in den OECD-Staaten wurden 163 Millionen Barrel entnommen.

Auch die USA haben ihre strategische Ölreserve stark genutzt. Nach Angaben des US-Energieministeriums lag sie im Juni bei 340,3 Millionen Barrel. Das ist der niedrigste Stand seit Juli 1983. Die Reserve ist eigentlich für bis zu 714 Millionen Barrel ausgelegt.

Deutschland prüft längere Freigabe

Deutschland beteiligte sich an der IEA-Aktion mit bis zu 2,6 Millionen Tonnen Öl und Ölprodukten. Das entspricht knapp fünf Prozent der nationalen Reserve. Das Bundeswirtschaftsministerium prüft derzeit, ob die teilweise Freigabe der Ölreserven über den Sommer hinaus verlängert werden soll. Die bisherige Regelung läuft Ende August aus.

Physische Energieknappheiten gebe es in Deutschland derzeit nicht, teilte das Ministerium mit. Die Regierung beobachte die Lage aber aufmerksam. Ohne eine Verlängerung der Verordnung müssten die Reserven zeitnah wieder aufgefüllt werden – unabhängig von der Preisentwicklung an den Märkten.

An den Märkten gaben die Ölpreise nach der Einigung zwischen Washington und Teheran zunächst nach. Brent-Rohöl kostete am Donnerstag zeitweise weniger als 80 Dollar je Barrel.

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