„Mit sofortiger Wirkung“

OB Reiter tritt von Ämtern beim FC Bayern zurück


Aktualisiert am 11.03.2026 – 10:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (Archivbild): Der SPD-Politiker legt seine Ämter beim FC Bayern München nieder. (Quelle: Peter Kneffel/dpa)

Die Kritik an seiner Rolle beim FC Bayern hat Konsequenzen. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter zieht sich aus mehreren Ämtern beim Rekordmeister zurück.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ist von seinen Ämtern beim FC Bayern zurückgetreten. Das teilte der Stadtchef am Mittwoch mit. Seine Mandate im Aufsichtsrat sowie im Verwaltungsbeirat des Vereins habe er mit sofortiger Wirkung niedergelegt.

Der Schritt folgt auf eine Kontroverse um Reiters Tätigkeit beim deutschen Rekordmeister. Vor der Kommunalwahl hatte Reiter zugegeben, dass er seit 2021 jährlich rund 20.000 Euro als Mitglied des Verwaltungsbeirats des FC Bayern erhalten habe. Eine Genehmigung des Münchner Stadtrats hatte er zuvor nicht eingeholt.

Reiter sagte laut der Mitteilung: „Das Vertrauen der Münchnerinnen und Münchner steht für mich über allem. Deshalb habe ich mich entschieden, meine Mandate im Aufsichtsrat und im Verwaltungsbeirat des FC Bayern München niederzulegen.“ Reiter fügte an, es sei eine Entscheidung, die ihm als Bayern-Fan seit Kindheitstagen nicht leicht gefallen sei.

Weiter erklärte er, ihm sei in den vergangenen Tagen deutlich geworden, dass er „eine eindeutige und unzweifelhafte Entscheidung treffen“ müsse. „Die Münchnerinnen und Münchner haben es mir auch deutlich zu verstehen gegeben“, sagte der OB. Daher habe er den Klub informiert, dass er sowohl auf sein Aufsichtsratsmandat als auch auf den Vorsitz des Verwaltungsbeirats verzichte.

Gleichzeitig kündigte der Oberbürgermeister an, seine bisherigen Einnahmen aus dem Mandat vollständig zu spenden. Insgesamt gehe es um 90.000 Euro, die er seit 2021 für seine Mitgliedschaft im Verwaltungsbeirat erhalten habe.

Das Geld soll laut Reiter an soziale Projekte gehen, darunter das Kinder- und Jugendprojekt „Mini München“ sowie den Verein „Bunt kickt gut“. Beide Initiativen engagieren sich für Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Bereits zuvor hatte Reiter einen Rückzug aus den Ämtern beim FC Bayern in Erwägung gezogen. In einem Interview mit dem Politikmagazin „Kontrovers“ des Bayerischen Rundfunks sagte er, man müsse überlegen, „ob man und inwieweit man weiterhin die Mandate, die jetzt quasi zur Kritik geführt haben, weiter ausübt“.

Die Diskussion um seine Rolle beim FC Bayern fällt mitten in den Münchner Kommunalwahlkampf. Bei der ersten Runde der Oberbürgermeisterwahl hatte Reiter zuletzt 35,6 Prozent der Stimmen erhalten – deutlich weniger als zuvor erwartet. In der Stichwahl tritt er nun am 22. März gegen Dominik Krause von den Grünen an.

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